Weil sich ihr Todestag jährte, habe ich mich in dieser Woche wieder einmal zu der großartigen Sängerin Maria Callas (1923–1977) hingezogen gefühlt, die als größte Opernsängerin aller Zeiten gilt, weil sie eine unfassbare Ausdruckskraft und Bühnenpräsenz besaß. Sie soll ihre Rollen intuitiv erfasst und ihre Figuren mit einer atemberaubenden emotionalen Intensität verkörpert haben. Dabei hatte sie eine gigantische Stimme, die zwar nicht makellos oder naturschön, aber sehr facettenreich war und es ihr erlaubte, Rollen aus verschiedenen sog. Stimmfächern zu singen, was nur wenigen Sängerinnen gegeben ist. Schon zu Lebzeiten wurde sie daher als „Primadonna assoluta“ bezeichnet. Wir werden noch einiges von ihr hören.
Auf der Klassikliste hören wir heute die bekannte Arie „O mio babbino caro“ („O mein lieber Papa“) aus der Oper Gianni Schicchi von Giacomo Puccini (1858–1924). Darin bittet Lauretta, ihren geliebten Rinuccio heiraten zu dürfen. Den Text gibt es hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/O_mio_babbino_caro
Die Video-Aufnahme einer konzertanten Aufführung (Paris, 1965) ist ein Dokument ihrer vollendeten Kunst: https://www.youtube.com/watch?v=l1C8NFDdFYg
Der französische Komponist, Cembalovirtuose und Organist Jean-Philippe Rameau (1683–1764) hat während der Barockzeit gelebt. Er ist heute vor 257 Jahren kurz vor seinem 81. Geburtstag in Paris gestorben. Seine Werke sind überaus originell und ausdrucksstark. Nachdem er lange in Vergessenheit geraten war, wird er seit einiger Zeit wiederentdeckt. So spielen beispielsweise sogar die Berliner Philharmoniker ab und zu Orchesterstücke von ihm, auch Grigory Sokolov, der bedeutende Pianist, den wir in #35 kennengelernt haben, führt regelmäßig Werke von Rameau auf. Und natürlich viele andere.
Rameau hat drei Hefte mit Stücken für Cembalo veröffentlicht, die sogenannten Livres de Pièces de Clavecin. Auf der Klassikliste hören wir die französische Cembalistin Céline Frisch, Professorin in Wien, mit dem herrlichen Rappel des Oiseaux, der morgendlichen Versammlung der Vögel, wie gut zu hören ist, aus der Suite in e-Moll von 1724. Auf dem Cembalo gespielt, dürfte das vor 300 Jahren ungefähr so geklungen haben. Auf der Ergänzungsliste hören wir dasselbe Stück auf dem Konzertflügel, es spielt der oben erwähnte Grigory Sokolov.
Am Donnerstag ist im Alter von 96 Jahren die „Stimme Griechenlands“ gestorben, Mikis Theodorakis, der bedeutendste griechische Musiker des 20. Jahrhunderts. Theodorakis war ein Universalkünstler, Schriftsteller, Sänger, Dirigent, Komponist, der von Volksliedern, Schlagern, Chansons über Kammermusik bis hin zu Film- und Ballettmusiken, Musicals, Oratorien, Sinfonien und Opern alles komponiert und ein riesiges Werk hinterlassen hat. Oft war seine Musik von volkstümlicher Musik inspiriert, häufig kommt darin die typische Bouzouki vor, eine griechische Form der Laute.
Theodorakis ist 1964 mit der Filmmusik zum vielfach preisgekrönten Kinofilm Alexis Sorbas (engl. Zorba the Greek) weltberühmt geworden. In der Schlussszene tanzen die beiden gescheiterten Helden am Strand auf Kreta aus einer Laune heraus einen Sirtaki – die Musik dazu hat Mikis Theodorakis komponiert, obwohl man glauben könnte, dass es sich um Volksmusik handelt, und auch der Tanz ist erst durch den Film entstanden. Auf der Klassikliste hören wir heute diesen weltbekannten Sirtaki mit dem Titel Zorba’s Dance. Hier der Link zu diesem bekannten Filmausschnitt: https://www.youtube.com/watch?v=4UV6HVMRmdk
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