Der 31. Oktober ist der Reformationstag, denn 1517 hat Martin Luther an diesem Tag nach der Überlieferung seine 95 Thesen an der Tür der Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen und damit die Reformation angestoßen. Üblicherweise endet ein evangelischer Gottesdienst am Reformationsfest mit dem Kirchenlied „Ein feste Burg ist unser Gott“. Der Text lehnt sich an Psalm 46 an und wurde von 1529 von Martin Luther selbst geschrieben:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_feste_Burg_ist_unser_Gott.
Die Melodie stammt vermutlich von Johann Walter. Und Johann Sebastian Bach hat dann ungefähr 200 Jahre später einen vierstimmigen Choral dazu geschrieben, der im Bach-Werke-Verzeichnis die Nummer BWV 302 erhalten hat. Auf der Klassikliste hören wir die 1. Strophe, es singen die Augsburger Domsingknaben unter Leitung von Reinhard Kammler. In einer Bearbeitung von W. B. Olds kann man dasselbe Kirchenlied mit allen Strophen vom Wartburg Chor am Originalschauplatz, der Schlosskirche Wittenberg, hören: https://www.youtube.com/watch?v=nDdHtOSHIXE.
Die moldawische Violistin Alexandra Conunova gehört zu den herausragenden Geigerinnen der jungen Generation. Sie wurde 1988 geboren, studierte von 2006 bis 2010 in Rostock und gewann seither zahlreiche namhafte Wettbewerbe.
In der Corona-Pandemie hat sie mit Freunden „Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi (1678–1741) eingespielt. Während die meisten Aufnahmen mit dem „Frühling“ beginnen und mit dem „Winter“ enden, fängt sie etwas unkonventionell mit dem „Herbst“ an. Der dritte Satz dieses Violinkonzerts ist mit „Die Jagd“ überschrieben. In Vivaldis Sonett heißt es dazu: „Jäger in der Morgenfrühe ziehen zur Jagd / mit Hörnern und Flinten und Hunden. / Es flieht das Wild, und sie verfolgen die Spur.“ (http://userpage.fu-berlin.de/history1/bs/vivaldi/niemann/sonette.htm)
Zum Abschluss der vier Violinkonzerte, die Vivaldi in den Vier Jahreszeiten zusammengefasst hat und die in #32, #48 und #63 besprochen werden, hören wir also auf der heutigen Klassikliste den 3. Satz aus dem „Herbst“ mit Alexandra Conunova an der Solovioline. Auf der Ergänzungsliste gibt es wieder das gesamte Konzert.
Bis ins 18. Jahrhundert hinein kam es häufig vor, dass Künstler und Autoren auf ihren Werken überhaupt keinen Namen oder lediglich ein Pseudonym genannt haben – aus sehr verschiedenen Gründen. (Aktuell macht ein unbekannter Künstler mit dem Pseudonym Bansky von sich Reden, in Deutschland zum Beispiel Barbara.) Und so hat eine Komponistin des Spätbarock auf zwölf sog. Triosonaten das Pseudonym Mrs Philharmonica hinterlassen. Da die Werke in London gedruckt wurden, können wir aus den Lebensdaten des Verlegers auf eine Veröffentlichung um ca. 1715 schließen – mehr wissen wir nicht.
Damit kommt heute auf der Klassikliste mit der Sonate VI in G-Dur von Mrs Philharmonica endlich einmal eine Blockflöte zu Gehör. Die erste Stimme im 2. Satz Con spirito ma non presto der Triosonate wird von einer Sopraninoblockflöte gespielt, die zweite Stimme von einer Violine, darunter der Basso continuo. Wir hören das Salzburger Barock-Ensemble Spirit of Musicke, auf deren CD Women4Baroque II ausschließlich Werke von Komponistinnen eingespielt werden. Auf der Ergänzungsliste gibt ist die gesamte Sonate zu hören – sehr lebendige und gar nicht langweilige Musik!
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