Als Klavierhumorist hat Bodo Wartke einen berühmten Vorgänger, der heute vor 99 Jahren in Wien das Licht der Welt erblickte: den großen Georg Kreisler (1922–2011), dessen Lieder scharfe Kritik an Politik und Gesellschaft übten und zuweilen bis ins Absurde reichten. Kreisler gilt als „virtuoser Meister der Sprache, Mimik und Gestik“, der die Rollen, Masken und Dialekte wechselte und dessen hintergründiger, oftmals schwarzer Humor das bürgerliche Publikum nicht selten verstörte.
Auf der Klassikliste gibt es heute das Lied „Der Musikkritiker“ mit einer Fülle von musikalischen Zitaten – ein wahrer Geniestreich! Auf der Ergänzungsliste schlüpft er in den traurigen Triangel-Spieler oder „böhmakelt“ in der lustigen „Telefonbuchpolka“.
Anlässlich det Jeburtstachs von mein’m Vater jibtet heute wieder Berliner Musike: Die 3 Travellers waren in’n Nachkriegsberlin en beliebtet un erfolgreichet Bartrio, bestehnd aus’m Bandeon, ner Gitarre unnem Kontrabass. Sie ham Tanzmusik jemacht un Schlajer jesungn.
Uff der Klassikliste jibt’s det bekannte Lied Eine Tüte Luft aus Berlin, uff der Erjänzungsliste hörn wa Ick hab so Heimweh nach’m Kurfürstendamm, det is eene der jroßen zentralen Einkaufsstraßen in West-Berlin.
Heute gibt es Musik, die man nicht nebenbei hören kann, man muss sie aktiv anhören. Bisher haben wir „klassische Musik“ aus vergangenen Jahrhunderten gehört, also altes „Zeug“, das sich aufgrund seiner Qualität gehalten hat.
Heute stelle ich „ernste Musik“ eines sehr populären lebenden Komponisten vor, nämlich von Philip Glass (geb. 1937). Glass ist US-Amerikaner, komponiert nach wie vor – 2019 wurde seine 12. Sinfonie aufgeführt – und gilt als einer der profiliertesten Vertreter der sog. Minimal Music. Dieser faszinierende Kompositionsstil reiht andauernd kleinste musikalische Motive aneinander und verändert sie fortwährend. Durch Verschiebungen und Überlagerungen entstehen interessante klangliche Phänomene. So erwachsen aus kleinsten musikalischen Strukturen farbige Klangteppiche, die Musik besteht aus Momenten einer kontinuierlichen Entwicklung. Höchst interessant!
Auf der Klassikliste hören wir den Satz I aus dem Streichquartett Nr. 4 mit dem Beinamen „Buczak“ von Philip Glass, das heute vor 32 Jahren uraufgeführt worden ist. Auf der Ergänzungsliste findet sich das gesamte Streichquartett. Satz II ist sehr langsam, der Satz III gefällt mir außerordentlich gut, tolle Musik! Es spielt das weltberühmte Kronos Quartet.
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