Wir kennen die Musik meist „nur“ bis Bach – aber was war davor? Heute vor 436 Jahren wurde Johann Hermann Schein (1586–1630) geboren, ein bedeutender Komponist des Frühbarock. Zusammen mit den befreundeten Samuel Scheidt (1587–1654) und Heinrich Schütz (1585–1672) zählt er zu den „drei großen Sch“, die ungefähr 100 Jahre vor Bach und Händel die Musik in Mitteldeutschland bestimmt und die musikalischen Grundlagen für die bekannten Meister des Spätbarock gelegt haben. Schein war der 5. Thomaskantor vor Bach, und bereits er musste als Lehrer, Kantor und Musikdirektor der Thomasschule für die Musik in der Nikolaikirche und Thomaskirche in Leipzig sorgen. Seine Tätigkeit setzte ihm gesundheitlich zu, er hatte ein Lungenleiden und starb schon mit 44 Jahren. Da hatte er selbst bereits seine Frau und sieben Kinder verloren.
Schein hat verschiedene Sammlungen von Motetten und Madrigalen veröffentlicht. In der Sammlung „Israels Brünnlein“ von 1623 mit 26 „geistlichen Madrigalen“ auf Texte des Alten Testaments strebt Schein eine Verbindung der deutsch-niederländischen Motettentradition und der italienischen Madrigalkunst an.
Hören wir auf der heutigen Klassikliste daraus die Nr. 24, das Madrigal „Was betrübst du dich, meine Seele?“ Grundlage ist Psalm 42, Vers 6: „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, dass er mir hilft mit seinem Angesicht.“ Es singt Cantus Cölln unter Leitung des Lautenisten Konrad Junghänel. Der sensationelle Bass stammt von Stephan Schreckenberger, den ich auch schon „live“ gehört habe.

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