Während A-cappella-Gesang heute eher ein Nischendasein führt, gab es eine Zeit, in denen er größte Bedeutung genoss: in der Renaissance, einer Epoche, die aufs Mittelalter folgt. Damals war Orlando di Lasso (1530/32–1594) der Star am europäischen Musikhimmel, ein genialer Musiker und Komponist, der durch Europa reiste, Musik in allen europäischen Sprachen und allen bekannten Stilen schrieb und ein riesiges und vielfältiges Werk hinterlassen hat: Hymnen, Motetten, Madrigale, Chansons, Lieder und vieles mehr. Seine Musik war die meistgedruckte der Zeit, über vier Jahrzehnte hinweg erschien in Europa durchschnittlich wöchentlich eine Ausgabe von ihm im Druck.
Ein Madrigal ist ein mehrstimmiges Vokalwerk weltlichen Inhalts. Von Orlando di Lasso gibt es ein faszinierendes Madrigal mit dem deutschen Titel „Hört zu ein news Gedicht“, mit dem auf witzige Weise zu einem „Nasentanz“ eingeladen wird. Offenbar gab es auf Dorffesten die lustige Attraktion, dass Menschen mit besonderen Nasen zusammen tanzten und die Träger der auffallendsten Riechorgane einen Preis bekamen. Ein solcher Nasentanz ist auf dem bekannten Holzschnitt von Hans Sebald Beham festgehalten.
Auf der Klassikliste sind die fantastischen King’s Singers zu hören, seit 50 Jahren weltweit das bekannteste und wohl beste A-cappella-Ensemble, mit einem sehr effektvollen Vortrag. Hier der Text dazu.
Auf der Ergänzungsliste ist das gleiche Lied zu hören, von den Singphonikern genauer und verständlicher gesungen, aber auch etwas braver. Und hier ein Video von ihnen.

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[…] aus der 5. Generation als einer der Vollender der Renaissance gilt, siehe #38, zählt Heinrich Isaac (1450–1517), den wir in #148 kennengelernt haben, zur 2. […]
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