Der Novem­ber steht im Zei­chen des Toten­ge­den­kens. Am 2. Novem­ber be­geht die rö­misch-katho­li­sche Kir­che seit 1000 Jahren den dies in com­memo­ra­tio­ne om­nium fide­li­um de­func­to­rum, den „Tag des Ge­den­kens an al­le ver­stor­be­nen Gläu­bi­gen“ – ge­nannt Aller­seelen. Nach altem Volks­glau­ben keh­ren die See­len der Ver­stor­be­nen an diesem Ta­ge auf die Er­de zu­rück und ru­hen für kur­ze Zeit vom Fege­feuer aus. Da­her kommt die Tra­di­tion, dass den See­len sog. Aller­seelen­brote oder -zöpfe an be­son­de­ren Plätzen, meist den Grä­bern, hin­gelegt wer­den. Die Le­ben­den können sich eben ein Leben ohne feste Nah­rung schwer vor­stel­len. In dieser Tra­di­tion wur­zelt auch der aus dem katho­li­schen Ir­land stammende Hallo­ween-Brauch.
Der spät­roman­tische Kom­po­nist Ri­chard Strauss (1864–1949) hat ein Ge­dicht mit dem Ti­tel „Allerseelen“ ver­tont, in dem ein lyri­sches Ich die zurück­keh­ren­de See­le als ge­lieb­te Per­son an­spricht, an die ge­mein­same Zeit denkt, ihr die Hand drückt und sie in Ge­danken um­armt. Ein er­grei­fen­des Lied, das ich sehr mag. Auf der heu­ti­gen Klassik­liste singt der Tenor Jonas Kauf­mann, be­gleitet von Hel­mut Deutsch am Klavier. Auf der Ergänzungs­liste kann man eine Orchester­fas­sung hören, hier singt die groß­artige So­pra­nis­tin Diana Dam­rau, be­glei­tet von den Mün­chner Phil­har­mo­ni­kern unter Lei­tung von Chris­tian Thiele­mann.

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