Richard Strauss (1864–1949) wurde heute vor 159 Jahren in München geboren. Sein Vater Franz Strauss war Solo-Hornist am Hoforchester München, siehe #121. Richard begann mit 6 Jahren zu komponieren. Mit 18 Jahren – mitten im Studium – schrieb er für den Vater ein Hornkonzert. Warum es erst drei Jahre später im Thüringischen Meiningen und nicht durch den Vater in München uraufgeführt wurde, wissen wir nicht. Das Konzert besteht aus drei Sätzen, die zusammengenommen als großer Sonatenhauptsatz begriffen werden können und direkt ineinander übergehen. Stilistisch gehört das Konzert eindeutig zur Romantik, während Strauss schon bald sehr avantgardistisch komponierte und die Grenzen der Tonalität überschritt. Es zählt heute zum Standardrepertoire und wird oft aufgeführt.
Hören wir auf der heutigen Klassikliste den 1. Satz Allegro mit seinem markanten Kopfmotiv, einem Signalruf, wie er in Hornkonzerten häufig vorkommt. Am Horn hören wir Peter Damm, der 1937 eben in Meiningen geboren wurde und der bedeutendste Hornist der ehemaligen DDR war. Er besaß einen wunderbaren Ton, war Solo-Hornist im Gewandhausorchester Leipzig, später der Sächsischen Staatskapelle Dresden und Horn-Professor an der Musikhochschule in Dresden. Es begleitet die Staatskapelle Dresden unter Leitung von Rudolf Kempe (1910–76). Auf der Ergänzungsliste findet sich das gesamte Konzert – 15 Minuten herrliche Musik.
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Franz Strauss (1822–1905), im Februar vor 200 Jahren geboren, war ein wahrer Vollblutmusiker, der Geige, Gitarre, Klarinette und alle Blechblasinstrumente spielen konnte. Schon als Kind trat er in Gasthäusern auf. Mit 15 Jahren wurde er Gitarrist in der Herzoglichen Hofkapelle in München, später Hornist in der Königlichen Hofkapelle und 1871 sogar Professor für Horn in München. Er unterrichtete und förderte seinen Sohn Richard Strauss (1864–1949), der einer der bedeutendsten Komponisten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurde. Nebenbei dirigierte er ein Tanzorchester und schrieb Musik dafür, er komponierte aber auch eine Reihe von Werken für Horn, die heute noch regelmäßig gespielt werden.
Hören wir auf der heutigen Klassikliste das Nocturno op. 7 von Franz Strauss – ein sehr schönes Charakterstück, das jeder Hornschüler einmal spielt, so auch gerade ich selbst. Hier spielt aber einer der größten Horn-Virtuosen unserer Zeit, der spanische Hornist Javier Bonet, begleitet von Miriam Gómez-Morán.
Der November steht im Zeichen des Totengedenkens. Am 2. November begeht die römisch-katholische Kirche seit 1000 Jahren den dies in commemoratione omnium fidelium defunctorum, den „Tag des Gedenkens an alle verstorbenen Gläubigen“ – genannt Allerseelen. Nach altem Volksglauben kehren die Seelen der Verstorbenen an diesem Tage auf die Erde zurück und ruhen für kurze Zeit vom Fegefeuer aus. Daher kommt die Tradition, dass den Seelen sog. Allerseelenbrote oder -zöpfe an besonderen Plätzen, meist den Gräbern, hingelegt werden. Die Lebenden können sich eben ein Leben ohne feste Nahrung schwer vorstellen. In dieser Tradition wurzelt auch der aus dem katholischen Irland stammende Halloween-Brauch.
Der spätromantische Komponist Richard Strauss (1864–1949) hat ein Gedicht mit dem Titel „Allerseelen“ vertont, in dem ein lyrisches Ich die zurückkehrende Seele als geliebte Person anspricht, an die gemeinsame Zeit denkt, ihr die Hand drückt und sie in Gedanken umarmt. Ein ergreifendes Lied, das ich sehr mag. Auf der heutigen Klassikliste singt der Tenor Jonas Kaufmann, begleitet von Helmut Deutsch am Klavier. Auf der Ergänzungsliste kann man eine Orchesterfassung hören, hier singt die großartige Sopranistin Diana Damrau, begleitet von den Münchner Philharmonikern unter Leitung von Christian Thielemann.
