Heute wirdʼs mal rich­tig laut, ein ech­ter Test für Kopf­hörer und Ste­reo­an­la­ge: Wir hö­ren von Pjotr Iljitsch Tschai­kows­ki (1840–1893) die Ouver­ture solen­nelle 1812 op. 48, die 1882 mit gro­ßem Er­folg in Mos­kau ur­auf­ge­führt wur­de. Die Kon­zert­ouver­türe stellt aus einem Ab­stand von 60 Jah­ren den Sieg Russ­lands über das fran­zö­si­sche Heer unter Kai­ser Napoleon (1769–1821) dar, der 1812 völ­lig ver­blen­det mit ei­nem gi­gan­ti­schen Heer Russ­land über­fallen und nach ver­lust­rei­chen Schlach­ten zwar Mos­kau er­reicht hat, dann aber zu schwach war, um die Ent­schei­dung zu er­zwingen. Über­stürzt trat er im Ok­to­ber vor 210 Jahren den Rück­zug an, auf dem im Win­ter fast alle Sol­da­ten er­fro­ren. Von über 500.000 kamen nur 10.000 Sol­da­ten zurück – eine un­fass­bare Katas­tro­phe. Der größ­te euro­pä­ische Ro­man – Krieg und Frie­den von Lew Tol­stoi – spielt in die­ser his­to­ri­schen Zeit.
Die Musik ent­hält vie­le na­tio­na­le Melo­dien, bei­spiels­wei­se er­klingt die fran­zö­si­sche National­hymne, die Mar­seil­lai­se, die dann von rus­si­schen Melo­di­en „über­spielt“ wird. Das Zen­trum der Schlacht­musik ist eine krie­ge­rische Sze­ne­rie, in der echte Ka­no­nen er­klin­gen. Den Ab­schluss bildet die rus­si­sche Zaren­hymne „Gott erhalte den Zaren“, zu der gro­ßes Glocken­geläut ein­ge­spielt wird. Es spielt das Israel Phil­har­mo­nic Or­ches­tra unter Lei­tung von Leo­nard Bern­stein.

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