Oskar Rieding (1846–1918) ist ein fast vergessener Komponist – aber nur fast: Denn der Geiger, der Konzertmeister im Orchester des Budapester Opernhauses war, komponierte mehrere Violinkonzerte mit steigenden Anforderungen, die auch für Geigenschüler spielbar sind, sog. Schülerkonzerte. Das bekannteste davon ist das Violinkonzert h-Moll op. 35, das unser Sohn gerade übt.
Auf der heutigen Klassikliste hören wir daraus den Finalsatz, ein stürmisches Rondo im allegro moderato. Im Ritornell kommt darin die Strichart martelé (dt. gehämmert) zum Einsatz, bei der die Saite mit vollem Bogendruck beinahe explosionsartig angerissen wird. Durch den Marteléansatz entsteht ein perkussiver Tonbeginn fast wie beim Klavier. Es spielt Michail Gantwarg (geb. 1947) in Begleitung der von ihm gegründeten Sankt Petersburger Solisten, die zusammen auf Tourneen gehen und über 50 CDs aufgenommen haben. Auf der Ergänzungsliste gibt es das gesamte Violinkonzert mit einer Spieldauer von knapp 8 Minuten.

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