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Eines der ersten weib­lichen Ge­sangs­ensembles waren The Chor­dettes, die sich 1946 nach dem Krieg im ameri­ka­ni­schen Wis­consin ge­grün­det haben. Nach ersten Er­folgen nahm das Quar­tett ab 1950 Singles und Lang­spiel­platten auf und landete einige Hits in den US-Charts. Ende der 50er Jahre orien­tier­ten sich die Chor­dettes am Musik­geschmack der Teen­ager und kamen 1958 mit „Lollipop“ noch­mals auf Platz 2 der Charts. Die Erfolge nahmen aber ab, für Jugend­liche waren sie zu alt, ver­heira­tet und hat­ten Kinder. 1963 lösten sich die Chor­dettes schließ­lich auf. Auf der Wiki­pedia heißt es: „In der Phase des Umbruchs der populären Musik zum Rock ʼnʼ Roll […] gelten die Chor­dettes als Proto­typ für die zahl­reichen nach ihnen kommen­den Girl­groups“.
Auf der Klassik­liste gibt es heute den größ­ten Erfolg der Chor­dettes: „Mr. Sandman“ von 1954 in einer re­mastered version. Und das be­kannte „Lollipop“ habe ich auf die Er­gängzungs­liste gestellt.

Wäh­rend A-cappella-Gesang heute eher ein Nischen­dasein führt, gab es eine Zeit, in de­nen er größte Be­deu­tung ge­noss: in der Re­nais­sance, einer Epoche, die aufs Mittel­alter folgt. Da­mals war Orlan­do di Lasso (1530/32–1594) der Star am euro­pä­ischen Musik­himmel, ein genia­ler Mu­si­ker und Kom­po­nist, der durch Euro­pa reiste, Musik in al­len europä­ischen Sprachen und al­len be­kann­ten Stilen schrieb und ein rie­si­ges und viel­fälti­ges Werk hinter­lassen hat: Hym­nen, Motet­ten, Madri­gale, Chan­sons, Lie­der und vie­les mehr. Seine Musik war die meist­gedruck­te der Zeit, über vier Jahr­zehn­te hin­weg er­schien in Euro­pa durch­schnitt­lich wöchent­lich eine Aus­gabe von ihm im Druck.
Ein Madrigal ist ein mehr­stimmi­ges Vokal­werk welt­lichen In­halts. Von Orlando di Lasso gibt es ein fas­zi­nieren­des Madrigal mit dem deutschen Titel „Hört zu ein news Gedicht“, mit dem auf witzige Wei­se zu einem „Nasen­tanz“ ein­ge­la­den wird. Offen­bar gab es auf Dorf­festen die lustige Attrak­tion, dass Menschen mit be­sonde­ren Na­sen zu­sammen tanzten und die Träger der auf­fallend­sten Riech­organe einen Preis be­kamen. Ein solcher Nasen­tanz ist auf dem be­kannten Holzs­chnitt von Hans Sebald Beham fest­gehal­ten.
Auf der Klassik­liste sind die fan­tas­tischen King’s Singers zu hören, seit 50 Jahren welt­weit das be­kanntes­te und wohl beste A-cappella-Ensem­ble, mit einem sehr effekt­vollen Vor­trag. Hier der Text dazu.
Auf der Ergänzungs­liste ist das gleiche Lied zu hören, von den Sing­phonikern genauer und ver­ständ­licher ge­sungen, aber auch etwas braver. Und hier ein Video von ihnen.