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Auf der Klassik­liste gibt es heute ganz be­kannte Musik, näm­lich den ersten Satz aus dem „Winter“ von Anto­nio Vival­di. „Die vier Jahres­zeiten“ sind Vival­dis be­rühmtes­tes Werk. Es ist eine Samm­lung von vier kurzen Violin­konzer­ten, eins für jede Jahres­zeit. (Die wei­te­ren fol­gen in #48, #63 und #74.) Jedes Kon­zert be­steht aus drei Sätzen – schnell, lang­sam, schnell –, so dass es 12 Sätze sind, so viele, wie das Jahr Mona­te hat. Jedes Kon­zert por­trä­tiert eine Jahres­zeit und hat damit ein Pro­gramm, man spricht von Programm­musik, die im Barock auf­gekommen ist. Vival­di hat sogar jedem Kon­zert ein eige­nes Ge­dicht voran­ge­stellt, ein Sonett, das den In­halt der Musik erläutert. Beim „Winter“ heißt es: „Er­starrt zittern bei schimmern­dem Schnee. / Zum er­barmungs­­losen, schreck­lichen Wind / Un­unter­brochen mit den Füßen stampfend lau­fen / Und vor Über­maß an Kälte die Zähne auf­einander­schlagen.“ Kann man das hören? Den wei­te­ren Text gibt es hier.
An der Violine ist die deutsche Star­geigerin Anne-Sophie Mutter zu hören, die von Herbert von Karajan sehr ge­fördert wurde. Sie war noch jung, und die Auf­nahme hat 1984 viel Auf­sehen ge­macht. Ich habe sie für 28,90 Mark er­worben – damals viel Geld. Auf der Ergänzungs­liste gibt es das ganze Kon­zert, neun Minuten herr­liche Musik.

Im Neu­jahrs­kon­zert der Wie­ner Phil­har­mo­ni­ker wird tra­di­tio­nell leich­te Tanz­musik aus der Gol­de­nen Ope­ret­ten-Ära der Jahre 1860–1900 ge­spielt. Das sind oft herr­liche Wal­zer und ande­re hei­te­re Tän­ze, musi­ka­lisch meist sehr effekt­voll in Szene ge­setzt. Da­zu ge­hört die Polka, ein böh­mi­scher Volks­tanz im raschen 2/4-Takt. Auf der Klassik­liste hören wir heu­te die Schnell­polka „Unter Don­ner und Blitz“ op. 324 von Johann Strauss Sohn (1825–1899), der wegen seiner 168 Walzer als „Walzer­könig“ be­zeich­net wur­de.
Die Auf­nahme stammt aus dem Neu­jahrs­konzert von 1987, die Wiener Phil­har­mo­ni­ker spiel­ten unter der Lei­tung des legen­dä­ren Her­bert von Kara­jan (1908–1989). Ich saß damals am Fern­seher und habe das Kon­zert als junger Karajan-Fan ver­folgt, die Live-Auf­nahme davon findet sich als CD in unserer Samm­lung. Kara­jan war schon alt und hat nur noch ein biss­chen mit den Fin­gern diri­giert. 1987 ist übri­gens auf Kara­jans Ver­mitt­lung erst­mals in den Neu­jahrs­kon­zer­ten eine schwarze Opern­sänge­rin auf­ge­tre­ten – in Wien, wo man sich als Mittel­punkt der klassi­schen Musik fühlt. Kath­leen Battle hat im roten Kleid u. a. den gran­di­osen „Früh­lings­stimmen“-Walzer op. 410 gesun­gen. Seht selbst https://youtu.be/1cA1pXJ8Iuc?t=2252 und hört die fan­tas­ti­schen Kolo­ra­tu­ren am Schluss! (Wegen der bes­se­ren Klang­quali­tät findet man das Stück zu­sätz­lich auf der Ergänzungs­liste.)