Beiträge

Wenn eine Fee zu mir käme und ich drei Wün­sche frei hätte, die ich nur für mich selbst ein­setzen soll­te, dann wür­de ich mir viel­leicht wün­schen, dass ich einen Tag lang so Horn spie­len könn­te, wie ich woll­te. Und dann würde ich natür­lich auch das Con­cer­tino für Horn und Or­ches­ter e-Moll op. 45 von Carl Maria von Weber (1786–1826) spie­len, ein fas­zinie­ren­des Stück, das in al­len drei Sätzen eine große Vir­tuosi­tät und musi­ka­li­schen Aus­druck zu­gleich er­for­dert.
Auf der Klassik­liste hö­­ren wir heu­te da­raus den Schluss­satz. Es spielt Her­mann Bau­mann aus Ham­burg (geb. 1934), einer der großen deutschen Hor­nis­ten, be­glei­tet vom Ge­wand­haus­orchester Leip­zig unter Lei­tung von Kurt Ma­sur. Auf der Ergänzungs­liste ist das ge­samte Werk zu hö­ren, ins­beson­de­re der herr­liche 2. Satz mit seinen tiefen Akkor­den am Schluss im Solo-Horn. So sollte man Horn spielen können!

Wir blei­ben bei Felix Men­dels­sohn Bar­thol­dy (1809–1847), der wie manch an­de­re Wunder­kin­der schon sehr jung ver­stor­ben ist. Men­dels­sohn er­hielt früh sehr gu­ten Unter­richt, war ein ex­zel­len­ter Pia­nist und kom­po­nier­te be­reits als Elf­jähri­ger größe­re Wer­ke. Er reis­te als Jugend­li­cher durch halb Euro­pa, traf die an­ge­sehens­ten Kom­po­nis­ten der Zeit und trat als So­list, Kom­po­nist und Diri­gent in den ver­schieden­sten euro­pä­ischen Musik­zent­ren auf.
Wir hören heu­te auf der Klassik­liste den ra­send schnel­len und mit­reißen­den Schluss­satz seines Klavier­konzerts Nr. 1 g-Moll op. 25, das er 1831 als 22-Jähri­ger in Mün­chen kom­ponier­te und auf­­führ­te. Ich mag be­sonders die Stel­le bei 1:27 min. Am Klavier die wohl vir­tu­oses­te Pia­nis­tin unse­rer Zeit: Yuja Wang, eine jun­ge Ameri­ka­ne­rin chi­nesi­scher Ab­stam­mung, reist um die Welt und spielt die schwie­rigs­ten Stücke mit einer un­glaub­lichen Leich­tig­keit und Souve­räni­tät. Ich bin ge­spannt, ob sie sich spä­ter, wenn sie äl­ter wird, auch der wirk­lich ernsten Musik an­nimmt und sie inner­lich aus­ge­stal­tet. Auf der Er­gänzungs­liste gibt es das gan­ze Kon­zert, acht­zehn­ein­halb sehr hörens­werte Minu­ten. Es be­glei­tet das Verbier Festi­val Orches­tra un­ter Lei­tung von Kurt Masur.