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1711 hat An­to­nio Vival­di (1678–1741) zwölf Kon­zer­te für 1–4 Vio­li­nen und Streich­orches­ter unter dem Ti­tel L’Estro armo­ni­co op. 3 (dt. „Die har­mo­ni­sche Ein­ge­bung“) ver­öffent­licht. Dabei spie­len im ersten Kon­zert vier Vio­li­nen solo, im zweiten Kon­zert zwei Vio­li­nen, und drit­ten Kon­zert gibt es nur eine Solo­vio­li­ne. Diese Fol­ge wieder­holt sich vier­mal, wo­bei manch­mal ein Solo­cello hinzu­­tritt. Vival­dis Konzert­zyklus hat einen rie­si­gen Ein­fluss auf die euro­pä­ische Mu­sik ge­habt, schon bald gab es Nach­drucke, und man sprach von einem Vi­val­di-Fieber.
Hören wir aus diesem Zy­klus heu­te auf der Klassik­liste den 1. Satz aus dem be­kann­ten Kon­zert für Vio­li­ne und Streich­orchester G-Dur op. 3 Nr. 3. Es spie­len Pina Car­mi­rel­li mit I Musici, ver­mutlich dem be­rühm­tes­ten ita­lie­ni­schen Kammer­­orches­ter. Es wurde 1951 von Stu­den­ten ge­grün­det und be­steht noch heu­te: http://www.imusici.info/
Auf der Ergänzungs­liste gibt es das ge­sam­te Kon­zert. Außer­dem die be­kann­te Be­arbei­tung als Kon­zert für Cem­ba­lo solo BWV 978 in F-Dur, also einen Ton tiefer, von Jo­hann Sebas­tian Bach, am Cem­ba­lo spielt Ben­ja­min Alard.

Die mol­da­wi­sche Violis­tin Alexan­dra Conu­no­va ge­hört zu den heraus­ragenden Geige­rin­nen der jun­gen Gene­ra­tion. Sie wurde 1988 ge­boren, stu­dier­te von 2006 bis 2010 in Rostock und ge­wann seit­her zahl­reiche nam­haf­te Wett­be­wer­be.
In der Corona-Pan­de­mie hat sie mit Freun­den „Die vier Jahres­zeiten“ von An­to­nio Vival­di (1678–1741) ein­ge­spielt. Wäh­rend die meis­ten Auf­nahmen mit dem „Früh­ling“ be­ginnen und mit dem „Win­ter“ en­den, fängt sie etwas un­konven­tio­nell mit dem „Herbst“ an. Der drit­te Satz die­ses Violin­konzerts ist mit „Die Jagd“ über­schrieben. In Vival­dis So­nett heißt es da­zu: „Jäger in der Morgen­frühe ziehen zur Jagd / mit Hörnern und Flinten und Hunden. / Es flieht das Wild, und sie ver­fol­gen die Spur.“ (http://userpage.fu-berlin.de/history1/bs/vivaldi/niemann/sonette.htm)
Zum Ab­schluss der vier Violin­konzerte, die Vival­di in den Vier Jahres­zeiten zusammen­­ge­­fasst hat und die in #32, #48 und #63 be­sprochen wer­den, hö­ren wir also auf der heutigen Klassik­liste den 3. Satz aus dem „Herbst“ mit Alexandra Conunova an der Solo­violine. Auf der Ergänzungs­liste gibt es wieder das ge­samte Kon­zert.

Un­ver­mittelt bricht das Sommer­gewit­ter im drit­ten und letz­ten Satz los, nach­dem in den ers­ten bei­den Sätzen die Winde und die lä­hmen­de Hitze des Som­mers aus­ge­malt wur­den. Das Violin­kon­zert mit dem Titel „Sommer“ aus den „Die vier Jahres­zeiten“ zeigt die Gegen­sätze der wärms­ten Jahres­zeit, die of­fen­bar auch schon in der Zeit von Antonio Vival­di (1678–1741) be­stan­den. Denn in Vivaldis So­nett heißt es am Schluss: „Den müden Glie­dern nimmt ihre Ruhe: / Furcht vor Blitzen und wil­den Don­nern / und der Flie­gen und Mücken wildes Schwir­ren. // Ach, wie wahr sind seine Be­fürch­tun­gen, / es don­nert und blitzt der Him­mel, und Hagel / bricht das Haupt der Ähren und des ho­hen Ge­trei­des“ (http://userpage.fu-berlin.de/history1/bs/vivaldi/niemann/sonette.htm). Die an­de­ren Jahres­zeiten sind in #32, #48 und #74 zu hö­ren.
Auf der Klassik­liste hören wir an der Solo­violine dies­mal die süd­kore­an­ische Star­geige­rin Kyung-wha Chung (geb. 1948), heute zwar weni­ger be­kannt, aber in den 70er Jahren eine der füh­ren­den Violinis­tinnen der Welt. Sie wird be­glei­tet vom St. Luke’s Chamber En­sem­ble aus New York. Auf der Ergänzungs­liste gibt es wie­der das ge­samte Konzert – 11 Minuten, die man kennen sollte.

An diesem herr­lichen Frühlings­tag muss der „Früh­ling“ aus den „Die vier Jahres­zeiten“ von Anto­nio Vival­di erklingen. Der 1. Satz ist ge­wiss die Musik, die von Vival­di am häufig­sten zu hören ist – aller­orten, vom Kauf­haus bis zur akus­ti­schen Unter­malung in der Fernseh­wer­bung. Man meint die grenzen­lose Vitali­tät zu hören, mit der die Flora dem Sonnen­licht ent­gegen­sprießt, die Fauna die Wärme auf­nimmt und sich alle Natur hei­ter regt. In Vival­dis Sonett heißt es: „Der Früh­ling ist ge­kommen, und fest­lich / Be­grüßen ihn die Vögel mit frohem Ge­sang. / Und die Quel­len zum Säu­seln der Zephi­retten / Fließen mit süßem Ge­murmel“ (http://userpage.fu-berlin.de/history1/bs/vivaldi/niemann/sonette.htm). Die an­de­ren Jahres­zeiten werden in #32, #63 und #74 be­spro­chen.
Auf der Klassik­liste hören wir dies­mal Sal­va­tore Accardo an der Solo­violine, ein hoch­ge­schätz­ter ita­lieni­scher Vir­tuose, der auf der gan­zen Welt kon­zer­tiert, es be­gleitet das von ihm ge­gründete Orches­tra da Camera Ita­lia­na. Auf der Ergänzungs­liste ist das ge­samte Kon­zert zu hören.

Auf der Klassik­liste gibt es heute ganz be­kannte Musik, näm­lich den ersten Satz aus dem „Winter“ von Anto­nio Vival­di. „Die vier Jahres­zeiten“ sind Vival­dis be­rühmtes­tes Werk. Es ist eine Samm­lung von vier kurzen Violin­konzer­ten, eins für jede Jahres­zeit. (Die wei­te­ren fol­gen in #48, #63 und #74.) Jedes Kon­zert be­steht aus drei Sätzen – schnell, lang­sam, schnell –, so dass es 12 Sätze sind, so viele, wie das Jahr Mona­te hat. Jedes Kon­zert por­trä­tiert eine Jahres­zeit und hat damit ein Pro­gramm, man spricht von Programm­musik, die im Barock auf­gekommen ist. Vival­di hat sogar jedem Kon­zert ein eige­nes Ge­dicht voran­ge­stellt, ein Sonett, das den In­halt der Musik erläutert. Beim „Winter“ heißt es: „Er­starrt zittern bei schimmern­dem Schnee. / Zum er­barmungs­­losen, schreck­lichen Wind / Un­unter­brochen mit den Füßen stampfend lau­fen / Und vor Über­maß an Kälte die Zähne auf­einander­schlagen.“ Kann man das hören? Den wei­te­ren Text gibt es hier.
An der Violine ist die deutsche Star­geigerin Anne-Sophie Mutter zu hören, die von Herbert von Karajan sehr ge­fördert wurde. Sie war noch jung, und die Auf­nahme hat 1984 viel Auf­sehen ge­macht. Ich habe sie für 28,90 Mark er­worben – damals viel Geld. Auf der Ergänzungs­liste gibt es das ganze Kon­zert, neun Minuten herr­liche Musik.