Heute kommen wir zum Klavier, und ich präsentiere auf der Klassikliste eines der schönsten Stücke, die es für Klavier überhaupt gibt: Den Choral Jesus bleibet meine Freude von Johann Sebastian Bach in der Bearbeitung für Klavier von Myra Hess, einer britischen Pianistin. Die Aufnahme ist alt und rauscht – aber sie ist zutiefst beseelt. Aus der Begleitung der Triolen tritt der Choral mit dem Text Jesus bleibet meine Freude, / meines Herzens Trost und Saft usw. hervor, es entsteht eine wahre Verbindung von Himmel und Erde.
Diese Choralbearbeitung ist vor allem durch den großartigen rumänischen Pianisten Dinu Lipatti bekannt geworden, der das Stück in seinen Konzerten gespielt hat. Lipatti (1917–1950) war ein begnadeter Musiker, der alles mit einem tiefen Verständnis spielte und schon zu Lebzeiten für sein „göttliches“ Klavierspiel bewundert wurde. Ich kenne keinen Pianisten, der Bach und Mozart so beseelt, so berührend gespielt hat wie er. Mit 30 Jahren ist er an Krebs erkrankt und mit 33 Jahren gestorben. Man weiß nie, wie lange man lebt.
Ich habe mehrere CDs von ihm. Großartig finde ich auch die Partita Nr. 1 in B-Dur BWV 825 ebenfalls von Bach, die ich auf die Ergängzungsliste gestellt habe.
Letzte Woche haben wir ein Hallelujah gehört, diese Woche kommt auf der Klassikliste ein anderes: das abschließende Alleluja aus Mozarts bekannter Motette Exsultate, jubilate KV 165, die dieser im Januar 1773 als noch nicht einmal 17-Jähriger in Mailand komponiert hat. Es ist ein kurzes strahlendes Stück zu Ehren Marias.
Ich mag die britische Sopranistin Emma Kirkby (*1949) ganz besonders wegen ihrer wunderbaren, glasklaren Stimme und der genauen Aussprache. Sie ist eine kleine, bescheidene Frau, die in Oxford Latein und Griechisch studiert hat.
Ich hatte das Glück, sie Ende der 90er Jahre bei den Klosterkonzerten in Maulbronn einmal live hören zu können. Ich saß in der 2. oder 3. Reihe, und sie hat direkt vor mir gesungen – fantastisch! Hörenswert ist auf demselben Album auch eine stürmische Arie aus dem Oratorium La Resurrezione von Georg Friedrich Händel, die auf der Ergänzungsliste zu finden ist.
Wir beginnen mit dem Hornquartett Genghis Barbie, das aus vier jungen, ziemlich abgefahrenen amerikanischen Musikerinnen besteht, auf die ich in Youtube gestoßen bin. Jede der vier Profi-Hornistinnen benennt sich ironisch mit dem Namen eines Barbie-Puppen-Styles. Auf der Klassikliste präsentiere ich zum Auftakt eine Coverversion des bekannten Hallelujah des kanadischen Singer-Songwriters Leonard Cohen aus dem Jahr 1984.
Das Besondere an Genghis Barbie ist, dass sie in ihren Stücken zuweilen überraschende Gesangspassagen einlegen, wie beim Hallelujah zu hören. Die vier spielen auch noch andere tolle Arrangements von Pop-Songs, z. B. Bad Romance von Lady Gaga.
Interessant, dass man auf jedem Instrument praktisch jeden Musikstil spielen kann, nicht wahr?
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