Heute wäre Diet­rich Fischer-Dieskau (1925–2012) 98 Jahre alt ge­wor­den. Er gilt als be­deu­tendster Konzert- und Opern­sänger des 20. Jahr­hun­derts und war mit einer phäno­me­na­len, extrem wand­lungs­fähi­gen Bari­ton­stimme ge­seg­net. Und so hat er al­les ge­sun­gen, was man in der klas­si­schen Welt als Bari­ton sin­gen kann. Neben den welt­wei­ten Opern­auf­trit­ten war er vor allem ein großer Lied­sänger. Sein Re­per­toi­re um­fass­te über 3000 Lieder von hun­dert Kom­po­nis­ten. Eine Gesamt­­aus­gabe von sämt­li­chen Lieder-Auf­nah­men Fischer-Dies­kaus um­fasst 107 CDs. Wir haben ihn be­reits in #94, #95, #99 und #104 ge­hört und werden noch eini­ges von ihm hör­en.
Auf der Klassik­liste gibt es heu­te Diet­rich Fischer-Dies­kau mit der Bal­la­de „Hein­rich der Vogler“ op. 56 Nr. 1 von Carl Loewe (1796–1869), be­glei­tet von Jörg De­mus. In­halt der Bal­la­de ist die hüb­sche Le­gen­de von Her­zog Hein­rich von Sachsen (876–936), mit Bei­namen der Vogler. Die Fürs­ten des Deutschen Reichs sol­len ihn ge­sucht und beim Vogel­fang ge­fun­den ha­ben, wie er da­mals auch in Deutsch­land üb­lich war, um ihm mit­zu­tei­len, dass er in Ab­wesen­heit zum König ge­wählt wor­den sei. Wäh­rend sich Hein­rich zu­vor über die ver­massel­ten Vogel­jagd ge­är­gert hat, dankt er nun Gott für den „guten Fang“ – be­rüh­rend, wie Fischer-Dies­kau die­sen Schluss ge­stal­tet.
Für meine Frau und mich ist das eine schöne Er­inne­rung, denn diese Bal­la­de stand in unserem Musik­buch der 5. Klasse, und wir beide haben sie im Unter­richt bei Herrn Borrocco und Herrn Engel­hardt aus­führ­lich be­han­delt – und da­bei ver­mut­lich auch schon die Auf­nahme von Fischer-Dies­kau ge­hört.

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