Am Mittwoch, dem 2. April 1800, heute 223 Jahren, veranstaltete Ludwig van Beethoven (1770–1827) in Wien auf eigene Rechnung sein erstes Konzert, was man damals im Sinne einer gesellschaftlichen Zusammenkunft „Akademie“ nannte: Er improvisierte ausführlich am Klavier – Beethoven konnte eine Stunde und länger frei Klavier spielen –, er trug sein 1. Klavierkonzert vor und brachte zwei neue Werke zur Uraufführung, nämlich sein Septett Es-Dur op. 20 und seine 1. Sinfonie C-Dur op. 21.
In den acht Jahren seit seiner Übersiedlung von Bonn nach Wien hat Beethoven bei Haydn und anderen Kompositionsunterricht genommen und Klavier- und Kammermusik geschrieben. Vor allem aber machte er sich als Klaviervirtuose in den Wiener Salons einen Namen. Er nahm sich Zeit, bis er die Reife spürte, um die große Form der Sinfonie musikalisch ausfüllen zu können. Mit der Tonart C-Dur knüpft er selbstbewusst an Mozarts letzte Sinfonie an, die später Jupiter-Sinfonie genannt wurde. Auch wenn „Neuheit und Reichthum an Ideen“ seinerzeit gerühmt wurden, setzt Beethoven eigene Akzente: Mit dem harmonisch gewagten Anfang hat er die Zeitgenossen irritiert, die Bläser treten mehr hervor, die Instrumentation war anders als üblich usw. – ohne dass es jemand ahnte, kündigt sich eine Entwicklung an, die 24 Jahre später mit der 9. Sinfonie ihren unbegreiflichen Höhepunkt fand.
Hören wir auf der heutigen Klassikliste den stahlenden 1. Satz aus Beethovens Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21. Es spielt das Cleveland Orchestra unter Leitung des österreichisch-ungarischen Dirigenten George Szell (1897–1970) in einer remasterten Aufnahme aus dem Jahr 1960. Auf der Ergänzungsliste gibt es wieder die gesamte Sinfonie zu hören.

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