Heute vor 230 Jahren ist Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791) in Wien im Alter von knapp 36 Jahren an „hitzigem Frieselfieber“ verstorben. Er war einer der größten Musiker und Musikanten, die in unserem Kulturkreis je gelebt haben – ein wahres Genie, das in allen musikalischen Bereichen unsterbliche Meisterwerke geschaffen hat, gesegnet mit unfassbarer Musikalität, unerschöpflichem Einfallsreichtum und unermüdlicher Schaffenskraft. Die Medizin war damals noch nicht entwickelt, die Hygiene schlecht, auch als Erwachsener konnte man an einer Infektion jederzeit sterben.
Mozart starb, während er eine Totenmesse komponierte, die Graf Franz von Walsegg in Auftrag gegeben hatte. Eine solche Messe wird auch Requiem genannt, und zwar nach dem lateinischen Textbeginn: „Requiem aeternam dona eis, Domine, / et lux perpetua luceat eis.“ dt. „Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, / und das ewige Licht leuchte ihnen.“ – was sich natürlich auf die Verstorbenen bezieht. So beginnt der Introitus, der sog. Eingangsgesang, und ich finde, dass Mozart hier musikalisch den Übergang der Seele von der irdischen in die geistige Welt gestaltet hat.
Auf der Klassikliste hören wir heute also den Introitus aus dem Requiem KV 626 von Wolfgang Amadé Mozart. Es singt der Monteverdi Choir, es spielen die English Baroque Soloists unter Leitung von Sir John Eliot Gardiner. Auch danach besteht das Requiem aus Musik von großem Ernst und berührender Schönheit, wie auf der Ergänzungsliste zu hören. Zu Nicht-Pandemie-Zeiten führen viele Chöre am 5. Dezember Mozarts Requiem auf – ich wünsche jedem eine Gelegenheit, einmal mitzusingen.
Und noch etwas: 1984 wurde Amadeus gedreht, ein berühmter Mozart-Film, der mich damals sehr fasziniert hat. Der Hofkapellmeister Antonio Salieri beschreibt das Leben Mozarts, seines genialen Kontrahenten. Darin gibt es eine Szene, in der Mozart schwerkrank das Confutatis aus dem Requiem komponiert und – völlig frei erfunden – Salieri die Noten diktiert. Sechs Minuten faszinierender Film zeigen, wie wir modernen Menschen uns den Schaffensprozess eines Genies im 18. Jahrhundert vorstellen:
https://www.youtube.com/watch?v=USe-wZ0AOQQ Eine brillante Szene!

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[…] Totenmesse in lateinischer Sprache für die verstorbenen Seelen, siehe #80. Insofern zählt Brahms’ Werk weniger zur Gattung Requiem als vielmehr zur […]
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