Hörner wurden früher aus Schnecken- und Muschel­gehäusen, aus Tier­hörnern, Knochen, Holz und Terra­cotta, später aus Me­tall ge­fer­tigt und jahr­tausende­lang ohne Ven­tile ge­spielt. So konnte man die Natur­töne spie­len, die Töne da­zwischen ließen sich nur mehr oder weniger gut durch „Ver­stopfen“ des Schall­trichters bil­den, der sog. Stopf­technik. Als die Ven­tile er­funden waren, setzte sich um 1850 das Ventil­horn, wie wir es heute ken­nen, durch, mit dem alle Töne in fast gleicher Ton­quali­tät er­zeugt werden kön­nen. Seit­dem nennt man die frühe­ren In­stru­mente Natur­hörner.
Ein großer Meis­ter auf dem Natur­horn war der Fran­zose Louis François Dau­prat (1781–1868), der am Pariser Kon­ser­va­to­rium den „Premier Prix“ gewann. In der Folge wurde er Solo­hornist in ver­schie­de­nen Pariser Spitzen­orches­tern und Pro­fessor am Kon­ser­va­to­rium. Er kom­po­nier­te Horn­­musik für seine eigenen Auf­tritte und für den Unter­richt. Heute vor 155 Jahren ist Dau­prat 87-jährig in Paris ver­stor­ben.
Hören wir heute auf der Klassik­liste den Final­satz Allegro moderato aus Dau­prats bekanntes­tem Werk, dem Sex­tett op. 10 für sechs Hör­ner in ver­schie­de­­nen Stim­mungen, das er „son Came­rades“, ver­mut­lich seiner Horn­klasse, ge­wid­met hat. Wir hören das spa­ni­sche Natur­horn­ensemble corni­loquio. So könnte das da­mals ge­klun­gen haben, die Stopf­technik ist gut hör­bar. Auf der Ergänzungs­liste gibt es das­selbe Werk von den Det­molder Hor­nis­ten auf mo­der­nen Ventil­hörnern.

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