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Ich kann mich noch genau da­ran er­in­nern, wie wir im Musik­unter­richt das Stück Paci­fic 231 von Arthur Honeg­ger durch­nahmen. Es war ein Bei­spiel für Pro­gramm­musik, bei der mit Mit­teln der Ton­ma­le­rei ein außer­mu­si­ka­li­sches Pro­gramm oder eine Idee dar­ge­stellt wird. Oft­mals wird durch Über­schrif­ten, Titel und bei­ge­füg­te Tex­te der In­halt ge­nauer be­schrie­ben. Pro­gramm­musik kam im Barock auf, wo wir sie bei den Vier Jahres­zeiten kennen­ge­lernt haben, denen Vi­val­di je­weils Ge­dichte voran­ge­stellt hat, siehe #32. Paci­fic 231 war ein be­stimm­ter Typ von Dampf­loko­mo­ti­ven, die zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts in den USA und Europa ver­brei­tet wa­ren. Der Kom­po­nist stellt in seinem sym­pho­ni­schen Satz Nr. 1 eine Fahrt mit dieser Lo­ko­mo­tive dar, vom Still­stand über das An­fah­ren, die Be­schleu­ni­gung bis hin zum Brem­sen und An­hal­ten.
Arthur Honeg­ger (1892–1955) wurde in Frank­reich geboren, seine Eltern stamm­ten aus Zü­rich. Er stu­dier­te am Kon­ser­va­to­rium in Pa­ris, wo er bis zu seinem Lebens­ende leb­te. Er kom­po­nier­te etwa 200 Werke aus fast allen Gat­tun­gen.
Auf der Klassik­liste hö­ren wir heu­te also Paci­fic 231, das heute vor 98 Jah­ren in der Pari­ser Oper ur­auf­ge­führt wur­de. Es spielt das Or­ches­tre na­tio­nal de Capi­tole du Tou­louse un­ter Lei­tung von Mi­chel Plas­son. Auf der Ergänzungs­liste gibt es das Werk in einer Be­ar­bei­tung des Kom­po­nis­ten für zwei Kla­vie­re, die mir sehr gut ge­fällt. Es spielt das Duo Eve­linde Trenk­ner (1933–2021) und Son­traud Spei­del (geb. 1944), letz­te­re ist übi­gens Kla­vier­pro­fes­so­rin in Karls­ruhe.