Zum Geburtstag unseres Sohnes gibt auf der Klassikliste heute etwas sehr Feierliches: das Finale aus Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 79 – erhabene Musik, gespielt vom Mozarteumorchester in Salzburg, am Klavier Valery Afanassiev. Man sagt, dass Beethovens sogenannte „heroische Phase“ mit diesem Klavierkonzert ihren Abschluss gefunden habe.
Ludwig van Beethoven (1770–1828) war mit Abstand der größte Pianist seiner Zeit und hat die Konzerte für sich selbst geschrieben, wobei er die Klavierstimme zunächst nicht notiert hat, weil er im Konzert noch ein bisschen improvisiert hat – damals üblich, heute völlig undenkbar. Besonders schön ist auch der langsame Satz, der dann attaca in dieses Finale übergeht – aber ob das etwas für Jüngere ist? Das gesamte Klavierkonzert findet sich auf der Ergänzungsliste.
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Als Auftakt zur heutigen Fidelio-Session präsentiere ich auf der Klassikliste vorab die Fidelio-Ouvertüre von Ludwig van Beethoven, die auch für sich sehr hörenswert ist und auch allein aufgeführt wird. Das Anfangsmotiv ist sehr bekannt, es wird gern als Jingle, also als akustisches Erkennungszeichen verwendet.
Eine Ouvertüre ist ja „ein instrumentales Einleitungsstück einer Oper, das üblicherweise bei noch geschlossenem Vorhang gespielt wird. In der Ouvertüre werden der Ténor des Werkes und oft auch wesentliche Elemente der Handlung sowie hervorstechende Charakterzüge der handelnden Personen musikalisch vorgestellt“ (Wikipedia). Oftmals beginnen sie langsam und mit einem starken Anfangsakzent, um Aufmerksamkeit zu erreichen und Spannung zu erzeugen. Aber die lange Generalpause in der Fidelio-Ouvertüre ist schon sehr gewagt. Aber dann kommt Schwung in die Musik.
Ihr hört die Ouvertüre gespielt von den Berliner Philharmonikern unter Leitung des Chefdirigenten Sir Simon Rattle in einer Aufnahme von 2003.
Wir bleiben beim Cello und hören den 3. Satz aus der Grande Sonate pour Pianoforte et Violoncelle op. 69 in A-Dur von Ludwig van Beethoven, die dieser 1807/08 für seinen Bekannten, den Freiherrn von Gleichenstein, geschrieben hat. Der Satz beginnt mit 18 langsamen Takten als Adagio cantabile und geht dann in ein strahlendes, mitreißendes Allegro vivace über.
Ich habe für die Klassikliste eine fast genau 50 Jahre alte Live-Aufnahme ausgewählt, die am 25./26. August 1970 auf dem Edinburgh-Festival entstand. Am Cello die 25-jährige Britin Jacqueline du Pré (1945–87), von der es heißt, dass sie als Vierjährige im Radio ein Cello gehört und zu ihrer Mutter gesagt habe, dass sie „auch so eins haben will“. Sie wurde zu einer der besten Cellisten des 20. Jahrhunderts. Sie wird für ihr leidenschaftliches Cellospiel und ihren fantastischen Bogenstrich geschätzt. Am Klavier der argentinisch-israelische Pianist und Dirigent Daniel Barenboim (geb. 1942), der noch heute regelmäßig mit den Berliner Philharmonikern auftritt. Die beiden hatten drei Jahre zuvor geheiratet und waren das umjubelte Traumpaar der damaligen Klassik-Szene. Leider erkrankte Jacqueline an Multipler Sklerose, musste 1973 das Cellospielen aufhören und starb traurigerweise 1987 mit nur 42 Jahren.
Auf der Ergänzungsliste kann man die gesamte Cello-Sonate hören, und zwar als Studio-Aufnahme in einer besseren Qualität (ohne Rauschen). Es spielen ebenfalls zwei Ausnahme-Künstler: Am Klavier einer der größten Pianisten des 20. Jahrhunderts, Sviatoslaw Richter (1915–1997), und am Cello Mstislaw Rostropowitsch (1927–2007), einem Lehrer von du Pré, der als einer der bedeutendsten Cellisten der Geschichte gilt. Viel Vergnügen!
