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In der Roman­tik be­steht eine große Sehn­sucht nach einer har­mo­ni­schen Ver­eini­gung von Erde und Him­mel, Natur und Kunst, Ratio­nali­tät und Empfin­dung in einer ma­gi­schen All-Einheit. Es geht um die Ein­heit alles Leben­di­gen in Liebe und Poe­sie. Die Nacht und der Wald sind ty­pi­sche roman­tische Sehn­suchts­orte, und Johann Gabriel Seidl (1804–1875) feiert bei­de in seinem wunder­baren Ge­dicht „Nacht­gesang im Wal­de“ mit der Anfangsstrophe: „Sei uns stets ge­grüßt, o Nacht! / Aber doppelt hier im Wald, / Wo dein Aug’ verstohl­ner lacht, / Wo dein Fuß­tritt leiser hallt!“ In der genialen Ver­tonung von Franz Schu­bert (1797–1828) singt das ein Männer­quar­tett, das – pas­send zum „Hörner­getön“ – von einem Wald­horn­quartett be­glei­tet wird.
Auf der heutigen Klassik­liste hören wir den „Nacht­gesang im Wal­de“ D 913 von Franz Schu­bert aus dem Jahre 1827 in einer Auf­nahme der viel­fach aus­ge­zeich­ne­ten Came­rata Musi­ca Lim­burg unter Lei­tung von Jan Schu­macher. Herr­liche Musik – roman­ti­scher geht’s nicht!

Wir beginnen mit dem Hornquartett Genghis Barbie, das aus vier jungen, ziem­lich abgefahrenen amerika­nischen Musike­rinnen besteht, auf die ich in You­tube gestoßen bin. Jede der vier Profi-Hornistinnen benennt sich iro­nisch mit dem Namen eines Barbie-Puppen-Styles. Auf der Klassikliste präsentiere ich zum Auftakt eine Cover­version des bekannten Hallelujah des kanadischen Singer-Songwriters Leonard Cohen aus dem Jahr 1984.
Das Besondere an Genghis Barbie ist, dass sie in ihren Stücken zuweilen über­raschende Gesangs­passagen ein­legen, wie beim Hallelujah zu hören. Die vier spielen auch noch andere tolle Arrangements von Pop-Songs, z. B. Bad Romance von Lady Gaga.
Interessant, dass man auf jedem Instrument praktisch jeden Musikstil spielen kann, nicht wahr?