Beim letz­ten Mal haben wir zwei ge­bür­tige Un­garn ge­hört, heu­te be­schäf­ti­gen wir uns mit zwei pol­ni­schen Pia­ni­sten: Fryde­ryk Franciszek Chopin (1810–1849) war ein­ein­halb Jahre äl­ter als Liszt, starb aber schon mit 39 Jahren an den Fol­gen von Tuber­ku­lo­se. Auch er war ein großer Klavier­­virtuose – er galt als Wunder­kind –, der durch ganz Euro­pa reis­te und Kon­zer­te gab. Aber Chopin war viel zurück­hal­ten­der, er spielte eher lei­se, in sich ge­kehrt und mied das große, ano­nyme Publi­kum. Eine Zeit­genös­sin no­tier­te, dass es sel­ten vor­kam, „dass er die glei­che Kom­po­si­tion iden­tisch spiel­te“. Er kom­po­nier­te um die 230 Wer­ke, fast aus­schließ­lich für Klavier: Etüden, Mazur­kas, Noc­turnes, Polo­naisen, Pré­ludes, Wal­zer usw. In der zwei­ten Lebens­hälfte leb­te er über­wie­gend in Paris, wes­halb er meist Frédéric Chopin ge­nannt wird.
Da sie unser Sohn ge­rade übt, hören wir heu­te auf der Klassik­liste die Mazur­ka B-Dur op. 7 Nr. 1. Eine Mazur­ka ist ein sti­li­sier­ter pol­ni­scher Tanz im mäßigen Dreier­takt. Am Flügel hören wir den be­rühm­ten Artur Rubin­stein (1887–1982), eben­falls in Po­len ge­boren. Er gilt als der Uni­versal­pia­nist des 20. Jahr­hunderts. Er ver­fügte über ein phäno­me­na­les musika­li­sches Ge­dächt­nis, das es ihm er­laub­te, die ge­spiel­ten Stücke im Kon­zert spon­tan aus­zu­wäh­len und an­zu­sagen. Wegen der Greuel­ta­ten der deutschen Sol­da­ten trat ab 1914 nicht mehr Deutsch­land auf, nach der Er­mor­dung fast seiner ganzen jüdi­schen Fami­lie durch die National­sozia­lis­ten schon gar nicht mehr. In seinem langen Le­ben gab er über 6000 Kon­zerte, seine Auf­nahmen fül­len 142 CDs.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar