Unse­re Toch­ter be­rei­tet sich ge­ra­de auf die Auf­nahme­prü­fung vor und übt da­für ein Prélude von Claude De­bussy (1862–1918), ei­nem fran­zö­si­schen Kom­po­nis­ten, der dem Im­pres­sio­nis­mus zu­ge­rech­net wird. In dieser Epoche steht die Dar­stel­lung eines sub­jek­ti­ven Ein­drucks, ei­ner Stim­mung, einer be­son­de­ren Atmo­sphä­re im Mittel­punkt. So ent­ste­hen fan­tas­ti­sche Klang­bilder, wie die Musik die­ser Zeit über­haupt be­sonders von der Male­rei be­ein­flusst er­scheint. Vie­le Wer­ke tra­gen ein­drück­liche Na­men.
Hören wir heu­te auf der Klassik­liste aus den Pré­ludes pour piano – Premier Livre die Nummer VIII mit dem Ti­tel La fille aux cheveux de lin (dt. Das Mäd­chen mit dem flachs­farbe­nen Haar): Très calme et douce­ment ex­pres­sif.
Es spielt einer der großen Pia­nis­ten des 20. Jahr­hun­derts, des­sen Auf­nahmen von De­bussy noch heute als Referenz-Ein­spie­lun­gen gel­ten: Ar­tu­ro Bene­det­ti Michel­ange­li (1920–1995), um den sich viele Legen­den ran­ken. Ein abso­lu­ter Per­fektio­nist, der den An­schlag voll­kommen kon­trol­lier­te, nur auf einem spe­ziel­len Flü­gel spiel­te, auf die ge­rings­ten Stö­run­gen aus dem Publi­kum äußerst ge­reizt re­agier­te und außer­dem erfolg­reich Auto­mobil­rennen be­stritt. Heute vor 27 Jahres ist Michel­ange­li in Lu­ga­no ge­stor­ben.
Auf der Ergänzungs­liste prä­sen­tie­re ich eine wah­re Rari­tät: Obi­ges Pré­lude in einem Ar­range­ment für Vio­line und Kla­vier (engl. The Girl with the Flaxen Hair) in einer ur­al­ten Auf­nahme – ge­spielt von David Na­dien, einem Gei­ger, dem Ken­ner einen sagen­haf­ten Geigen­ton attes­tie­ren.

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