Zwischen der ernsten Oper (it. Opera seria) und der komischen Oper (it. Opera buffa) gibt es noch ein Zwischending, die Opera semiseria, also die halbernste Oper. In ihr kommen ernste und komische Figuren höheren und niederen Standes vor, sie besteht meist aus zwei Akten und hat immer ein lieto fine, ein gutes Ende.
Ein Musterbeispiel dafür ist die bekannte Oper La sonnambula (dt. Die Nachtwandlerin) des großen Opernkomponisten Vincenzo Bellini (1801–1835), die heute vor 191 Jahren in Mailand mit großem Erfolg uraufgeführt wurde. Am Vorabend der Hochzeit des Bauern Elvino und der Müllerstochter Amina kommen in einer Schweizer Wirtschaft die Leute zusammen, so auch nach langer Abwesenheit Graf Rodolfo, der nicht erkannt wird und der sich für die Braut interessiert. In der Nacht erscheint die schlafwandelnde Amina dem Grafen, den sie für Elvino hält. Der Graf entzieht sich ihr, und sie schläft auf seinem Sofa weiter. Am Morgen glaubt niemand die Geschichte, und Elvino löst die Verbindung auf. Erst als sie schlafwandelnd – und natürlich singend – auf dem Dachfirst der Mühle gesehen wird, löst sich der Irrtum auf und es kommt zur Versöhnung.
Auf der heutigen Klassikliste hören wir aus dieser Oper die Finalarie der Amira „Ah! Non giunge uman pensiero“. Es singt Pretty Yende, eine bildhübsche schwarze Südafrikanerin, die gerade in den Opernhäusern der ganzen Welt die großen Hauptrollen singt und die heute ihren 37. Geburtstag feiert. Es begleiten Coro e Orchestra Sinfonica di Milano unter Leitung von Giacomo Sagripanti. Und auf der Ergänzungsliste hören wir die großartige Version von Maria Callas.

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