Sergei Rachmaninow (1873–1943) gilt als letzter Vertreter eines Komponisten, der zugleich auch ein großer Klaviervirtuose war. Zugleich war er der erste und letzte, der seine eigene Musik auf Tonträgern eingespielt hat – auf dem Stand der Technik vom Anfang des 20. Jahrhunderts.
Darunter gab es eine erstaunliche Technik: Auf sog. Reproduktionsklavieren konnte man Musikstücke über entsprechende Markierungen in Papierrollen, sog. Notenrollen, aufzeichnen und später originalgetreu auf einem solchen Klavier wieder abspielen lassen – ganz ohne Pianist. Rachmaninow hat 35 seiner Werke auf diese Weise eingespielt, wodurch sein Klavierspiel der Nachwelt erhalten geblieben ist, denn man kann die Rollen heute noch abspielen und in CD-Qualität aufzeichnen. Fantastisch!
Auf der Klassikliste gibt es heute Rachmaninows Prélude Nr. 1 cis-Moll op. 3 Nr. 2, mit dem er als 19-Jähriger weltberühmt wurde und das seine Fans immer wieder als Zugabe hören wollten. Das Stück trägt den Beinamen „Glocken von Moskau“, weil die wiederholten schweren Akkorde an Glockenschläge erinnern. Am Reproduktionsklavier spielt Rachmaninow selbst, der heute vor 78 Jahren gestorben ist. Die CD-Aufnahme erfolgte 66 Jahre nach seinem Tod.
Auf der Ergänzungsliste ist eine moderne Einspielung von Nikolai Luganski zu finden.

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