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Am 18. Sep­tem­ber 1762, heute vor 260 Jah­ren, begab sich die Fami­lie Mo­zart auf die ers­te län­ge­re Kon­zert­rei­se, die von Salz­burg über Pas­sau und Linz nach Wien führ­te. Dort wur­den die Mo­zarts im Okto­ber zwei­mal von Kai­se­rin Maria There­sia em­pfan­gen. Über Weih­nach­ten wur­den sie nach Preß­burg ein­ge­la­den und kehr­ten erst An­fang Ja­nu­ar 1763 über Wien nach Salz­burg zu­rück. (Ge­reist wur­de da­mals übri­gens in mä­ßig ge­fe­der­ten Kut­schen, die täg­lich höchs­tens 40 km zurück­le­gen konn­ten, denn asphal­tier­te Stra­ßen gab es noch lan­ge nicht.)
Die Reise der Mo­zarts dien­te dem Be­kannt­wer­den und Geld­ver­die­nen: Die vier­ein­halb Jahre äl­te­re Schwes­ter Anna Maria, ge­nannt Nannerl, und der da­mals sechs­jäh­ri­ge Wolf­gang spiel­ten als Wunder­kinder in ade­li­gen Häu­sern vor und er­hiel­ten da­für ein Hono­rar. So ent­stand für die fol­gen­den lang­jäh­ri­gen Rei­sen quer durch Eu­ro­pa fol­gen­des Mus­ter: „Ein sen­sa­tio­nel­ler „Ini­tial­auf­tritt“ der Kin­der bei ein­em ge­sell­schaft­lich ein­fluss­reichen Mä­zen pro­vo­zier­te ei­ne rasch sich durch­setzen­de Mund­pro­pa­gan­da, die zu wei­te­ren Auf­trit­ten und da­mit ver­bun­de­nem peku­ni­ären Ge­winn führ­te. Die lo­ka­len Kon­tak­te spran­gen auf an­de­re Orte über, und je nach Wir­kungs­aus­sicht ent­schlos­sen sich die Mo­zarts fle­xi­bel zur Weiter­rei­se vom ei­nen zum an­de­ren Ort“ (MGG 2).
Ge­spielt wur­de ent­weder auf einem Cem­balo, bei dem die Sai­ten von Feder­kie­len an­ge­zupft wer­den, oder auf ei­nem Clavi­chord, bei dem die Sai­ten mit ei­nem klei­nen Metall­stäb­chen an­ge­schlagen wer­den. Auf der ersten Rei­se könn­te Wol­fang Ama­de­us Mo­zart (1756–1791) auch ei­nes sei­ner ers­ten ei­ge­nen Wer­ke ge­spielt ha­ben. Hören wir auf der Klassik­liste heute das Alle­gro B-Dur KV 3 aus dem Jahr 1762, ge­spielt auf einem Clavi­chord von Sieg­bert Ram­pe. Auf der Ergänzungs­liste spielt Ton Koop­­man das­selbe Stück­chen auf einem Cem­ba­lo. Ja, so könn­te das da­mals ge­klun­gen ha­ben.