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Ich schrei­be im­mer wieder ein­mal Musi­kern das At­tri­but „groß“ zu. Aber was ist „Größe“? Ein großer Musi­ker ragt mit sei­nen Kom­po­si­tion­en oder Inter­pre­ta­tio­nen noch­mals über die Meister­schaft an­de­­rer zeit­genös­si­scher Musi­ker hin­aus, sei­ne Wer­ke und Inter­pre­ta­tio­nen sind rich­tungs­wei­send und be­deu­tend für die je­wei­li­ge Zeit. Die „Großen“ ver­fügen nicht nur über großes Ta­lent, son­dern auch über Intui­tion, sie ha­ben ein Ge­spür für das Schö­ne und machen fast alles von vorn­he­rein rich­tig.
Die größte Geigerin unse­rer Zeit ist für mich Hilary Hahn, eine 41-jähri­ge Ame­ri­kane­rin mit deutschen Vor­fahren. Alles, was sie spielt, ist ge­nau im Zen­trum. Wenn man sie spie­len sieht, ist al­les kon­zen­triert und natür­lich zu­gleich, jeder Ton und je­de Be­we­gung ge­nau rich­tig. Hier geht Meister­­schaft in Voll­kommen­heit über. Ich könn­te ihr auf You­tube stunden­lang zu­schauen, z. B. hier https://www.youtube.com/watch?v=V3aloHY7I_g, und ha­be fast alle CDs von ihr.
Auf die Klassik­liste habe ich heu­te den Schluss­satz von Men­dels­sohns Violin­konzert e-Moll op. 46 ge­stellt – welt­bekannt, ein rich­ti­ger „Reißer“. Auf der Ergänzungs­liste gibt es das ge­samte Kon­zert, das man wirk­lich ein­mal ge­hört haben soll­te. Fantas­ti­sche Musik!