Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840–1893) hatte ukrainische und französische Vorfahren. Die Mutter stammte aus einer französischen Familie von Künstlern und brachte ihren Kindern das Musizieren bei, der Vater war Bergbauingenieur in Dnipro. Später, als Tschaikowski bereits Dozent am Moskauer Konservatorium war, verbrachte er viele Jahre lang die Sommermonate auf dem Gut Kamjenka in der heutigen Ukraine bei seiner Schwester, wo mehrere seiner Werke entstanden. Vor 150 Jahren, im Sommer 1872, komponierte er dort seine 2. Sinfonie, in der er auch ukrainische Volkslieder verarbeitet. Die Uraufführung in St. Petersburg war ein triumphaler Erfolg, denn erstmals wurde eine eigenständige russische Symphonietradition begründet. Die Ukraine gehörte damals als sog. Kleinrussland zum russischen Zarenreich, weshalb die Sinfonie den Beinamen „Kleinrussische“ trägt.
Die Tschaikowski-Interpretationen von Igor Markevitch (1912–1983), auch er gebürtiger Ukrainer, gelten auch heute noch als maßstäblich. Hören wir auf der Klassikliste heute den heiteren 2. Satz aus der Sinfonie Nr. 2 c-Moll op. 17 von Tschaikowski in einer Aufnahme von 1965. Es spielt das London Symphony Orchestra unter Leitung von Igor Markevitch.
