Beiträge

Edvard Grieg (1843–1907) war ein nor­wegischer Pia­nist und Kom­po­nist der Roman­tik. Er hat in allen Lebens­phasen Lyrische Stücke für Kla­vier ge­schrieben – ins­gesamt 66 klei­ne, tief­gründige Minia­turen. Bei unserer Klavier­lehr­erin haben ver­mut­lich alle Kinder ein Stück von ihm ge­spielt, man­che Melo­dien sind sehr be­kannt. Unser jüngs­ter Sohn übt ge­rade den Walzer aus op. 12 von ihm, den ich heute auf die Klassik­liste stelle.
Russ­land hat als ein Land mit einer inni­gen Be­ziehung zur Musik zu allen Zei­ten her­vor­ragende Musiker her­vor­ge­bracht. Die drei größ­ten sowje­ti­schen Pianis­ten aus der ersten Hälfte des 20. Jahr­hunderts sind Vla­dimir Horo­witz (1903–1989), Sviatos­law Richter (1915–1997) und Emil Gilels (1916–1985) – drei Gigan­ten am Kla­vier, die prak­tisch das ge­samte Reper­toire ge­spielt haben. Ich habe in den letz­ten Jahren den freund­lichen und fast schüch­ter­nen Richter über­aus schätzen ge­lernt, weil er die Musik ganz in ihrem Kern be­greift.
Er spielt den Walzer op. 12 Nr. 2 etwas lang­samer als andere, aber tief empfun­den. Auf der Er­gänzungs­liste findet sich An den Früh­ling op. 43 Nr. 6, den unsere äl­tes­te Toch­ter ge­spielt hat, und den sehr be­kannten Hoch­zeits­tag auf Trold­haugen op. 65 Nr. 6.

Wir bleiben beim Cello und hören den 3. Satz aus der Grande Sonate pour Piano­forte et Violon­celle op. 69 in A-Dur von Lud­wig van Beet­­hoven, die dieser 1807/08 für seinen Be­kannten, den Frei­herrn von Gleichen­stein, ge­schrieben hat. Der Satz beginnt mit 18 lang­samen Takten als Adagio cantabile und geht dann in ein strah­lendes, mit­reißendes Allegro vivace über.
Ich habe für die Klassik­liste eine fast genau 50 Jahre alte Live-Aufnahme ausgewählt, die am 25./26. August 1970 auf dem Edinburgh-Festival entstand. Am Cello die 25-jährige Britin Jacque­line du Pré (1945–87), von der es heißt, dass sie als Vier­jährige im Radio ein Cello gehört und zu ihrer Mutter gesagt habe, dass sie „auch so eins haben will“. Sie wurde zu einer der besten Cellis­ten des 20. Jahr­­hunderts. Sie wird für ihr leiden­schaft­liches Cello­spiel und ihren fantas­tischen Bogen­strich ge­schätzt. Am Klavier der argen­tinisch-israe­lische Pia­nist und Diri­gent Daniel Baren­boim (geb. 1942), der noch heute regel­mäßig mit den Berliner Phil­harmo­nikern auftritt. Die beiden hatten drei Jahre zuvor ge­heiratet und waren das um­ju­bel­te Traum­paar der da­maligen Klassik-Szene. Leider er­krankte Jacque­line an Multipler Sklerose, musste 1973 das Cello­spielen auf­hören und starb trauriger­weise 1987 mit nur 42 Jahren.
Auf der Ergänzungs­liste kann man die ge­samte Cello-Sonate hören, und zwar als Studio-Aufnahme in einer besseren Qualität (ohne Rauschen). Es spielen ebenfalls zwei Ausnahme-Künstler: Am Klavier einer der größten Pianisten des 20. Jahrhunderts, Sviatoslaw Richter (1915–1997), und am Cello Mstislaw Rostropowitsch (1927–2007), einem Lehrer von du Pré, der als einer der be­deutend­­sten Cellis­ten der Ge­schichte gilt. Viel Vergnügen!