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Heute vor 305 Jahren, einem Mitt­woch, fand die be­rühm­tes­te Boots­fahrt statt, von der wir in der Musik­ge­schich­te wis­sen. Ein Zei­tungs­be­richt be­ginnt so: „On Wednes­day Eve­ning, at about 8, the King took Water at White­hall in an open Barge (= dt. Barkasse) …“ Es wird ge­nau be­schrie­ben, wer George I. be­glei­te­te. Der ganze Fluss soll mit Booten be­deckt ge­we­sen sein, die sich fluss­ab­wärts trei­ben ließen. Um 23 Uhr gab es ein Abend­essen in Chel­sea, dann be­gann die Rück­fahrt. Auf einem Boot der Stadt­gilde um­rahm­ten 50 Musi­ker auf In­stru­men­ten aller Arten die Ver­gnü­gungs­fahrt des Königs. Die von Georg Frie­drich Hän­del (1685–1759) ei­gens für die­sen An­lass kom­po­nier­te Musik ge­fiel Sei­ner Majes­tät der­art, dass sie wäh­rend der Fahr­ten be­stän­dig wieder­holt wer­den muss­te.
Sie wird heute Wasser­musik ge­nannt und be­steht aus drei Suiten in F-Dur, D-Dur und G-Dur HWV 348–350. Sie um­fassen zu­meist Tänze und Ouver­türen im fran­zö­si­schen und ita­lie­ni­schen Stil. Wie bei Frei­luft­musiken üb­lich, sind viele Blech­bläser be­setzt – Sound­anlagen gab es noch nicht.
Auf der Klassik­liste hören wir den 3. Satz Alle­gro – An­dan­te – Alle­gro da capo aus der 1. Suite der Wasser­musik von Händel. Es musi­ziert The English Con­cert, das auf his­to­ri­schen In­stru­men­ten spielt und vor 50 Jahren ge­grün­det wur­de. Die Lei­tung hat der Grün­der Tre­vor Pinnock.