Bis ins 18. Jahrhundert hinein kam es häufig vor, dass Künstler und Autoren auf ihren Werken überhaupt keinen Namen oder lediglich ein Pseudonym genannt haben – aus sehr verschiedenen Gründen. (Aktuell macht ein unbekannter Künstler mit dem Pseudonym Bansky von sich Reden, in Deutschland zum Beispiel Barbara.) Und so hat eine Komponistin des Spätbarock auf zwölf sog. Triosonaten das Pseudonym Mrs Philharmonica hinterlassen. Da die Werke in London gedruckt wurden, können wir aus den Lebensdaten des Verlegers auf eine Veröffentlichung um ca. 1715 schließen – mehr wissen wir nicht.
Damit kommt heute auf der Klassikliste mit der Sonate VI in G-Dur von Mrs Philharmonica endlich einmal eine Blockflöte zu Gehör. Die erste Stimme im 2. Satz Con spirito ma non presto der Triosonate wird von einer Sopraninoblockflöte gespielt, die zweite Stimme von einer Violine, darunter der Basso continuo. Wir hören das Salzburger Barock-Ensemble Spirit of Musicke, auf deren CD Women4Baroque II ausschließlich Werke von Komponistinnen eingespielt werden. Auf der Ergänzungsliste gibt ist die gesamte Sonate zu hören – sehr lebendige und gar nicht langweilige Musik!
