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Auf der Konzert­reise der Studenten­phil­har­mo­nie Tübin­gen, auf der sich meine spä­te­re Frau und ich im Som­mer 1990 kennen­ge­lernt ha­ben, wur­de vor­ab auch schon ein Stück fürs Winter­semester 90/91 an­ge­spielt: Peter Tschai­kows­kis 5. Sin­fo­nie. Wir saßen in Ita­lien auf einer Wie­se unter Bäu­men, und ich kann mich noch gut daran er­innern, was Nico­lás Pas­quet, unser Diri­gent, zu den ersten ein­lei­ten­den Tak­ten des 2. Satzes ge­sagt hat: in ihnen sei die ganze Welt ent­hal­ten! Und nach die­sen Tak­ten hebt das 1. Horn zu seinem herr­lichen Solo an.
Meine Freun­din ist dann am 3. Okto­ber 1990, dem Tag der ver­trag­lichen Wieder­ver­eini­gung Deutsch­lands, zu ihrem Aus­lands­jahr nach Ox­ford auf­ge­brochen, und ich habe vor 30 Jah­ren an der 2. Po­sau­ne die­se Sin­fo­nie mit­ge­spielt. Nach einem Kon­zert habe ich mich mit dem 3. Po­sau­nis­ten zer­strit­ten, der den For­tis­si­mo-Aus­bruch bei 6:35 min. sehr ge­mäßigt spie­len woll­te, wäh­rend ich im vol­len fff „zu­ge­langt“ hat­te.
Auf der Klassik­liste gibt es heu­te also aus Tschaikowskis Sin­fo­nie Nr. 5 e-Moll op. 64 den lang­samen 2. Satz, ge­spielt vom Lon­don Sym­phony Orches­tra unter der Lei­tung des rus­si­schen Diri­genten Igor Marke­vitch (1912–83).