Ludwig van Beethoven (1770–1827), der in der abgelaufenen Woche seinen 250. Geburtstag gefeiert hätte, ist nicht nur durch seine neun Symphonien berühmt, er hat vor allem großartige Werke für Klavier geschaffen. Seine 32 Klaviersonaten stellen einen Höhepunkt der Klaviermusik dar.
Als eine der bedeutendsten gilt die Klaviersonate Nr. 8 c-Moll op. 13, die den Beinamen „Grande sonate pathétique“ trägt, also große leidenschaftliche Sonate. Der erste Satz beginnt langsam und schwer, wird dann aber sehr stürmisch. Das 1. Thema erscheint bei 1:50 min., das 2. Thema bei 2:20 min. In einem Sonatenhauptsatz stehen sich zwei Themen gegenüber, die in der Exposition vorgestellt und in der Durchführung verarbeitet werden, indem sie „zerpflückt“, auf verschiedenste Weise verändert und umgestaltet werden. Nachdem die Spannung zwischen den Themen durch eine musikalische Auseinandersetzung abgemildet wurde, erscheinen sie in der Reprise zum Abschluss nochmals in ihrer ursprünglichen Gestalt. Die Exposition endet mit zwei Schlussakkorden bei 3:30 min. und wird dann wie üblich komplett wiederholt. Bei 5:12 min. beginnt die Durchführung mit vier Takten Rückbesinnung an die langsame Einleitung und dann mit der relativ kurzen Verarbeitung der Themen. Schon bei 6:42 min. setzt die Reprise ein. Beethoven war die Form besonders wichtig, und es sehr sehr lehrreich, einmal den Aufbau einer Sonate nachzuvollziehen.
Auf der Klassikliste hören wie heute den 1. Satz, gespielt von Emil Gilels (1916–1985), einem der bedeutendsten Beethoven-Interpreten – ich habe ihn schon in #11 erwähnt. Die ganze Sonate mit dem herrlichen 2. Satz – eine der bekanntesten Melodien Beethovens – kann man auf der Ergänzungsliste hören.
