Heute vor 84 Jahren wurde die slowakische Sopranistin Lucia Popp (1939–1993) geboren, die zuerst Medizin und Schauspiel studierte, später auch Gesang. 1963 debütierte sie als 24-Jährige mit der Königin der Nacht in Bratislava, erhielt umgehend ein Engagement in Wien und wurde schlagartig weltberühmt. Selten hat man diese Rolle mit einer solchen Strahlkraft gehört. Ihre fantastische Technik ermöglichte ihr später den Wechsel vom Koloratursopran ins lyrische und jugendliche Stimmfach.
Hören wir heute auf der Klassikliste zum Gedenken an eine große Sängerin des 20. Jahrhunderts Lucia Popp in ihrer frühen Glanzrolle als Königin der Nacht mit der Arie „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ aus Mozarts Zauberflöte in einer Referenzaufnahme aus dem Jahre 1964 als Teil eines Star-Aufgebots mit Otto Klemperer (1885–1973) am Pult des Philharmonia Orchestras.
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Der dritte der drei großen deutschen Komponisten im Barock, Georg Philipp Telemann (1681–1767), war damals mit Abstand der berühmteste Komponist Mitteleuropas. Aufgrund seines langen Lebens und seiner immensen Schaffenskraft gilt er mit ca. 3600 Werken als produktivster Komponist der europäischen Musikgeschichte. Später hat man ihm genau das vorgeworfen: Vielschreiberei, Schablonenhaftigkeit, mangelnde Ernsthaftigkeit, ja sogar „Fabrikwaare“ und Oberflächlichkeit – und anderen Unsinn. Die Verehrer Bachs waren sehr überrascht, als sich herausstellte, dass Bach eine hochgeschätzte Kantate vollständig von Telemann abgeschrieben hatte. Inzwischen werden seine Originalität und seine Bedeutung anerkannt. Er beherrschte und verband verschiedene europäische Musikstile, öffnete sich – anders als Bach – dem empfindsamen bzw. galanten Stil des 18. Jahrhunderts und wies damit den Weg in die Frühklassik.
Hören wir heute auf der Klassikliste den 1. Satz Adagio – Allegro aus Telemanns Trompetenkonzert D-Dur TWV 51:D7. Es spielt das Philharmonia Orchestra unter Leitung von Riccardo Muti. Solist ist der Franzose Maurice André (1933–2012), der größte klassische Trompeter des 20. Jahrhunderts. Er lernte als 14-Jähriger Trompete, absolvierte zunächst eine Lehre als Bergmann, aber sein außergewöhnliches Talent brachte ihn ans Conservatoire de Paris. Er gewann zahlreiche Preise, wurde zum führenden Trompeter und konzertierte in der ganzen Welt. Heute wäre André 90 Jahre alt geworden. Auf der Ergänzungsliste findet sich das gesamte Trompetenkonzert von Telemann.
