Beiträge

Der fran­zö­si­sche Kom­po­nist Paul Dukas (1865–1935) ist in erster Li­nie für ein ein­zi­ges Stück be­kannt, und das ist ein wahrer Genie­streich: die Ver­tonung von Goethes be­rühm­ter Bal­lade „Der Zauber­lehr­ling“, in der ein Lehr­ling – als der „alte Hexen­meister“ außer Hau­se ist – seine Zauber­künste er­probt und großes Un­heil an­rich­tet. Er be­fiehlt einem Be­sen, mit einem Ei­mer Was­ser zu ho­len, hat aber die For­mel ver­ges­sen, um den Vor­gang wie­der zu be­en­den. Selbst als er den Be­sen mit ei­nem Beil in zwei Stücke hackt, lau­fen „beide Teile“ fort und ho­len Was­ser. Dukas’ „L’Apprenti sorcier“ ist ein feu­ri­ges Ge­mälde von Klang­farben und gilt als Meister­werk der Or­ches­trie­rung. Man hört, wie die Besen auf­stehen, wie das Was­ser „im Saal und auf den Stu­fen“ läuft und wie der Meister zurück­kehrt und dem Be­sen Ein­halt ge­bie­tet. Auch wenn das Werk oft als Orchester­scherzo be­zeich­net wird, ist es eine sin­fo­ni­sche Dich­tung. Ich habe es im Leistungs­kurs Musik als Muster­beispiel für Pro­gramm­musik kennen­ge­lernt.
Paul Dukas hat wie viele andere am Pariser Kon­ser­va­to­rium stu­diert und war später dort selbst Pro­fes­sor für Kom­po­si­tion. Er hat lei­der viele seiner Werke ver­nich­tet, wenn er mit ihnen nicht zu­frie­den war – so­gar eine ganze Sin­fonie –, so dass die Zahl der über­lie­fer­ten Wer­ke ge­ring ist. Heute jährt sich Dukas’ Ge­burts­tag zum 158. Male.
Hören wir ihm zu Ehren auf der Klassik­liste seinen „Zauber­lehr­ling“. Es spie­len die Ber­li­ner Phil­har­mo­ni­ker unter Lei­tung James Levine.