Hören wir an seinem heutigen Geburtstag Joseph Haydn (1732–1809) mit einer Messe, deren Titel nicht passender für unsere Zeit sein könnte: Missa in tempore belli C-Dur Hob. XXII:9. Haydn hat sie 1796 komponiert, als Napoléon Bonaparte – auch er ein grausamer Tyrann – mit seinem französischen Heer vor Wien stand. Im Schlussteil der Messe mit dem Text Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis (dt. Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, erbarme dich unser.) tritt die Pauke hervor und spielt ein verlangsamtes Abbild des französischen Armeepaukenwirbels, weshalb die Messe auch Paukenmesse genannt wird. Und es ist sehr ergreifend, wenn unmittelbar auf den kriegerischen Paukenwirbel die Friedensbitte, also das Dona nobis pacem (dt. Gib uns Deinen Frieden.) folgt. Was ist gegenwärtig nötiger als dies?
Hören wir also auf der heutigen Klassikliste das Agnus Dei aus der Paukenmesse von Joesph Haydn. Unter der Leitung von Hilary Davan Wetton singt der City of London Choir, begleitet vom Royal Philharmonia Orchestra.
