Heute vor 100 Jahren kam in New York Maria Kalegeropoulou als Tochter griechischer Einwanderer zur Welt, die sich später einfach Callas nannten. Bei Maria Callas (1923–77) kamen verschiedene Talente zusammen, die sie zu einer Jahrhundertkünstlerin machten: zunächst eine völlig außergewöhnliche Stimme, enorm umfangreich, kräftig und vielseitig, dann eine außergewöhnliche Technik, mit der sie diese Stimme perfekt zu beherrschen lernte, dazu Disziplin, Ausdauer und Probenfleiß, aber vor allem ein überbordender Ausdruckswille gepaart mit einem enormen künstlerischen Selbstbewusstsein. So wurde Callas zur größten Opernsängerin, die wir kennen. Sie stellte ihre Rollen nicht nur dar, sondern sie „verfleischlichte“ sie geradezu, sie sang jeden Ton mit völliger Emotionalität und erreichte eine nie dagewesene Intensität des dramatischen Gesangs und der Bühnenpräsenz. Man erkennt die Callas nach zwei Sekunden, und wenn man sie hört, ergreift es einen unmittelbar.
Schon als 18-jährige Studentin sang sie die Tosca – eine enorm schwierige und anstrengende Partie. In den folgenden 15 Jahren sang sie die großen Frauenrollen der tragischen Heldinnen auf den großen Bühnen der Welt und machte zugleich sehr viele Aufnahmen – bis ihre stimmlichen Fähigkeiten Ende der 50er Jahre abnahmen, was vermutlich auf eine seltene Autoimmunkrankheit zurückzuführen ist, die die Muskulatur betrifft und möglicherweise den frühen Tod mit 53 Jahren verursachte.
Hören wir heute auf der Klassikliste Maria Callas als Tosca, eine ihrer Paraderollen, mit der berühmten Arie „Vissi d’arte“, in der sie – als sie von dem skrupellosen Polizeichef Scarpia um Liebe erpresst wird – sich völlig verzweifelt an ihren Schöpfer wendet und am Ende fragt: „In der Stunde des Schmerzes / Warum, warum, Herr, / Ah, warum entlohnst du mich auf diese Weise?“
In einer der wenigen Videoaufnahmen kann man sich einen Eindruck von ihrer gewaltigen Bühnenpräsenz machen: https://www.youtube.com/watch?v=lxNThjjuqBk
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Weil sich ihr Todestag jährte, habe ich mich in dieser Woche wieder einmal zu der großartigen Sängerin Maria Callas (1923–1977) hingezogen gefühlt, die als größte Opernsängerin aller Zeiten gilt, weil sie eine unfassbare Ausdruckskraft und Bühnenpräsenz besaß. Sie soll ihre Rollen intuitiv erfasst und ihre Figuren mit einer atemberaubenden emotionalen Intensität verkörpert haben. Dabei hatte sie eine gigantische Stimme, die zwar nicht makellos oder naturschön, aber sehr facettenreich war und es ihr erlaubte, Rollen aus verschiedenen sog. Stimmfächern zu singen, was nur wenigen Sängerinnen gegeben ist. Schon zu Lebzeiten wurde sie daher als „Primadonna assoluta“ bezeichnet. Wir werden noch einiges von ihr hören.
Auf der Klassikliste hören wir heute die bekannte Arie „O mio babbino caro“ („O mein lieber Papa“) aus der Oper Gianni Schicchi von Giacomo Puccini (1858–1924). Darin bittet Lauretta, ihren geliebten Rinuccio heiraten zu dürfen. Den Text gibt es hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/O_mio_babbino_caro
Die Video-Aufnahme einer konzertanten Aufführung (Paris, 1965) ist ein Dokument ihrer vollendeten Kunst: https://www.youtube.com/watch?v=l1C8NFDdFYg
