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Dass Gioachino Rossini 1856 zur Kur nach Bad Wild­bad kam, ist der An­lass für das Fes­ti­val Rossi­ni in Wild­bad, das seit 1989 im nörd­lichen Schwarz­wald aus­ge­rich­tet wird. Hier ent­stand 2008 eine viel­ge­lob­te Auf­nah­me der ko­mi­schen Oper L’italiana in Algeri, die Ros­si­ni 1813 an­geb­lich in nur vier Wochen kom­po­niert hat. Die Hand­lung ist typi­scher Ko­mö­dien­stoff: Mus­ta­fà, der Herr­scher von Algier, möch­te seine Frau los­wer­den und an sei­nen Skla­ven Lin­do­ro ver­hei­ra­ten. Die Ita­lie­ne­rin Isa­bel­la sucht ih­ren Ge­lieb­ten Lin­do­ro, wird an der alge­ri­schen Küs­te ge­fasst – und natür­lich ver­liebt sich Mus­ta­fà in sie. Wäh­rend eini­ger Ver­wick­lun­gen hal­ten Isa­bel­la und Lin­do­ro zu­sam­men und ent­kom­men schließ­lich durch ein List. Das Be­sondere ist, dass Isa­bel­la als Haupt­figur kein So­pran, sondern ein Kolo­ra­tur­alt ist – ein eher sel­te­nes Stimm­fach. Die Ur­auf­füh­rung fand übri­gens heute vor 209 Jahren in Ve­ne­dig unter „ohren­be­täu­ben­dem Applaus“ statt.
Hören wir auf der Klassik­liste die Cava­tine der Isabella „Cruda sorte!“ aus dem 1. Akt, in der sie bei ihrer Ge­fan­gen­nahme ihr Schick­sal be­klagt: „Welche Leiden, mein Lin­do­ro, // Muß ich nun für dich er­tra­gen!“ Es singt Ma­ri­an­na Pizzo­la­to, be­glei­tet vom Transyl­va­nia State Phil­harmonic Choir, den Vir­tu­osi Bru­nen­sis unter Lei­tung von Al­ber­to Zedda. Auf der Ergänzungs­liste gibt es die Cava­tine des Lin­do­ro „Languir per una bella“, wunder­bar ge­sungen von Law­rence Brown­lee.