Mozart warb in Wien mit einem Handzettel, auf dem folgende Ankündigung zu lesen war: „Nachricht. Donnerstag den 10ten März 1785 wird Hr. Kapellmeister Mozart die Ehre haben in dem k. k. National-Hof-Theater eine grosse musikalische Akademie zu seinem Vortheile zu geben, wobey er nicht nur ein neues erst verfertigtes Forte piano-Konzert spielen, sondern auch ein besonders grosses Forte piano Pedal beim Phantasieren gebrauchen wird. Die übrigen Stücke wird der grosse Anschlagzettel am Tage selbst zeigen.“
Der freischaffende Musiker veranstaltete also heute vor 239 Jahren ein Konzert zu seinem Vortheile, das heißt, um das Geld selbst einzunehmen. Das genannte Forte piano Pedal war eine Zusatzvorrichtung, um den Klang zu verstärken, denn die damaligen Flügel waren noch weit von der Klangstärke heutiger Konzertflügel entfernt.
Zu Uraufführung kam das Klavierkonzert Nr. 21 C-Dur KV 467, das Wolfgang Amadé Mozart (1756–91) natürlich selbst spielte. Es gehört zur Gruppe der sinfonischen Klavierkonzerte und zählt zu seinen größten Meisterwerken. Anders als das Vorgängerkonzert in d-Moll KV 466, das wir in #182 kennengelernt haben, ist dieses Konzert sehr fließend und kantabel angelegt. Hören wir auf der heutigen Klassikliste von diesem Klavierkonzert Nr. 21 C-Dur den herrlichen 2. Satz, ein Andante mit weitgespannten melodischen Bögen und einer einer homogenen Orchesterbegleitung. Man muss die Schönheit dieser Musik bewusst empfinden und ausgestalten. Wenn man das Tempo zu langsam nimmt, wird der Satz schnell kitschig, wie man ihn gern als bloße Wohlfühlmusik in Kaufhäusern hört. Es spielt Jan Lisiecki, ein junger kanadischer Star-Pianist, der in zwei Wochen 29 Jahre alt wird, bei der Aufnahme aber erst 17 war. Es begleitet das Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, geleitet von Christian Zacharias (geb. 1953), einem Mozart-Spezialisten, der das Konzert auch schon unzählige Male selbst gespielt hat. Auf der Ergänzungsliste findet man wieder das gesamte Konzert.
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Am 7. Januar 1895, heute vor 129 Jahren, wurde in Bukarest Clara Haskil (1895–1960) geboren, die wir in #5 und #42 schon gehört haben. Sie gilt als eine der großen Pianistinnen des 20. Jahrhunderts, aber nicht wegen ihrer Virtuosität, sondern wegen ihrer berührenden Musikalität. Aufgrund ihrer großartigen Mozart-Interpretationen wurde sie auch „Statthalterin Mozarts auf Erden“ genannt. Weil sie aber nicht das aufsehenerregende virtuose Programm spielte, verlief ihr Karriere zunächst nicht ruhmreich.
Dabei war Haskil enorm talentiert, spielte schon als 8-Jährige ein Klavierkonzert von Mozart, studierte am Konservatorium in Paris, wo sie als 14-Jährige einen 1. Preis in Violine und einen 2. Preis für Klavier erhielt. Bereits mit 16 Jahren konzertierte sie in Europa, obwohl sie seit Kindertagen an einer schweren Skoliose litt, später dann auch in den USA. Als Jüdin musste sie mehrfach vor den Nationalsozialisten flüchten, einmal entkam sie den Schergen nur um einen Tag. Erst nach dem 2. Weltkrieg erhielt sie die Anerkennung der musikalischen Welt, konnte von ihren Einnahmen als Künstlerin leben und sich einen eigenen Flügel leisten.
Hören wir diese große Künstlerin auf der heutigen Klassikliste mit dem 2. Satz aus Mozarts Klavierkonzert Nr. 20 d-Moll KV 466 in einer remasterte Live-Aufnahme vom 10. Januar 1954 aus dem Europa-Palast Berlin, einem Kinosaal mit 1760 Plätzen. Sie wird begleitet vom Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter Leitung von Ferenc Fricsay (1914–63). Auf der Ergänzungsliste gibt es das gesamte Klavierkonzert.
