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Da Chopin (1810–49) viele Jah­re in Paris gelebt hat, wird sein Name oft fran­zö­sisch Frédéric Chopin ge­schrie­ben und ge­spro­chen. Dort hat er 1842, also vor 180 Jah­ren, auch je­nes Klavier­werk ge­­schrie­ben, das heute als ei­nes sei­ner be­deu­tend­sten gilt: die Polo­nai­se As-Dur op. 53, eine äußerst schwie­ri­ge, kunst­vol­le Kon­zert­ver­sion eines pol­ni­schen Volks­tan­zes, welche spä­ter den Bei­namen „Héro­ïque“, die He­ro­is­che, er­hal­ten hat. Sie trägt näm­lich die Vortrags­be­zeich­nung Maes­to­so, und es ist ei­ne große Kunst, die­ses Maes­to­so musi­ka­lisch aus­zu­ge­stal­ten, ohne wild auf dem Flü­gel „herum­zu­hämmern“.
In fabel­haf­ter Wei­se ge­lingt dies dem großen russi­schen Pianis­ten Jew­geni Kissin (geb. 1971), der seit 1991 in London, Paris und New York lebt und der am 27. März 2022 beim Soli­dari­täts­kon­zert des Bundes­präsi­den­ten „Für Frie­den und Frei­heit“ (siehe #96) eben je­ne Polo­nai­se spiel­te. Er spielt sie auch in sei­nen aktu­el­len Kon­zer­ten, und so gibt es auf sei­ner neuen CD, die zum 2. Sep­tem­ber an­ge­kün­digt ist, eine neue Auf­nahme von ihr.
Auf der heu­ti­gen Klassik­liste hö­ren wir also die Polo­nai­se As-Dur op. 53 von Fré­dé­ric Cho­pin, ge­spielt von Jew­geni Kissin in einer frühen Live-Auf­nah­me.