Nachdem Finnland über Jahrhunderte zu Schweden gehörte, wurde es in verschiedenen Kriegen durch das Russische Zarenreich besetzt. 1809 hat der Zar das Großfürstentum Finnland errichtet und mit Autonomierechten ausgestattet. Auf das Erstarken des finnischen Nationalbewusstseins Ende des 19. Jahrhunderts folgte eine Russifizierung und engere Anbindung Finnlands an Russland. Finnische Intellektuelle protestierten gegen russische Zensurverschärfungen mit Musik- und Theateraufführungen, die sie „Pressefeiern“ nannten. Für eine Aufführung „lebender Bilder aus der finnischen Vergangenheit und Mythologie“ komponierte der finnische Komponist Johan Julius Christian Sibelius (1865–1957), genannt Janne oder Jean Sibelius, eine sechsteilige Suite. Das letzte Stück hatte riesigen Erfolg, weshalb Sibelius es herauslöste, umarbeitete und mit dem programmatischen Titel „Suomi“ (= „Finnland“) versah. Diese Fassung wurde am 2. Juli 1900, heute vor 123 Jahren, in Helsinki uraufgeführt. Durch die Tournee des Orchesters wurde die Sinfonische Tondichtung unter dem Titel „Finlandia“ europaweit bekannt, und noch heute ist es Sibelius’ populärstes Werk.
Hören wir auf der Klassikliste heute die „Finlandia“ op. 26 von Jean Sibelius. Es spielt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Leitung von Mariss Jansons (1943–2019).
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Seit über 35 Jahren höre ich nun intensiv klassische Musik, aber noch nie habe ich das Violinkonzert des finnischen Komponisten Jean Sibelius gehört. Erst als vor einigen Wochen ein Kollege von einem Konzertbesuch schwärmte, habe ich mal meine Sammlung durchforstet – und gleich drei Aufnahme gefunden. Es ist großartige Musik, ein spätromantisches Werk mit emotional weit gespannten Bögen! Bei der Uraufführung 1904 in Helsinki fiel es beim Publikum zunächst durch, vermutlich weil der Solist ihm technisch nicht gewachsen war. Erst als es die großen Geiger des beginnenden 20. Jahrhunderts – Jascha Heifetz und David Oistrach – spielten, setzte es sich durch und fand Aufnahme ins heutige Standardrepertoire.
Hören wir auf der Klassikliste den überschäumenden Finalsatz des Violinkonzerts d-Moll op. 47 von Jean Sibelius (1865–1957). Es spielt die fantastische georgische Geigerin Lisa Batiashvili (geb. 1979), die seit vielen Jahren in München lebt. Begleitet wird sie von der Staatskapelle Berlin, dem Orchester der Staatsoper unter den Linden, unter Leitung von Daniel Barenboim. Auf der Ergänzungsliste gibt es das gesamte Konzert – 30 Minuten sehr hörenswerte Musik. Also: Es gibt immer etwas zu entdecken!
