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Die­ses Lied aus der Re­nais­sance, über 500 Jah­re alt, ist mir im Tiefs­ten ver­traut, denn ich habe es oft im Schul­chor ge­sungen. Es han­delt sich um das Abschieds­lied eines fah­ren­den Sängers an seine Ge­lieb­te („Buhle“), der Inns­bruck ver­lassen und in ein be­nach­bar­tes Ge­biet rei­sen muss, also ins da­mals höchst un­siche­re Aus­land (alt­deutsch „Elend“), wo­bei er der Ge­lieb­ten in der 3. Stro­phe bis zur Rück­kehr „stet trew“ ver­spricht. Das ly­ri­sche Ich könn­te der Kom­po­nist selbst sein, der als Sän­ger und Kom­po­nist mehr­mals am Hof ins Inns­bruck an­ge­stellt war.
Hö­ren wir auf der Klassik­liste das groß­ar­ti­ge Leip­zi­ger Quin­tett Amar­cord mit dem Ma­dri­gal „Inns­bruck, ich muß dich las­sen“ des großen Re­nais­sance-Kom­po­nis­ten Hein­rich Isaac (1450–1517), der heute vor 506 Jah­ren ge­stor­ben ist. Der hel­le, leicht raue Klang mit einem Counter­tenor ent­spricht dem Klang­ideal der Re­nais­sance. Wir haben das Lied da­mals in einem großen ge­misch­ten Chor ge­sun­gen, und das hat natür­lich ganz anders ge­klun­gen. Egal wie – man soll­te dieses Ma­dri­gal ein­mal im Le­ben ge­sun­gen ha­ben.
Auf der Ergänzungs­liste finden sich wei­te­re Madri­ga­le von die­ser fan­tas­ti­schen CD, die wir da­mals ge­sun­gen haben, zum Bei­spiel „Now is the month of Maying“ oder den herr­lichen Contra­punto besti­ale.