Georg Friedrich Händel (1685–1759), den wir schon in #113 kennengelernt haben, war in London als Opernkomponist überaus erfolgreich. Er komponierte 42 Opern und gründete sogar ein Opernunternehmen. Als der Erfolg später ausblieb, komponierte Händel vermehrt Oratorien, darunter den berühmten Messias, zumeist aber waren es Themen aus dem Alten Testament. Heute vor 275 Jahren, am Montag, den 17. März 1749, wurde im Theatre Royal im Londoner Covent Garden Händels Oratorium Solomon uraufgeführt, in dem das weise Urteil von König Salomon im Zentrum steht. Der Bibel zufolge reist die Königin von Saba nach Jerusalem, ist überwältigt und schenkt Salomon Gold und Edelsteine.
Hören wir vom Beginn des 3. Akts aus Solomon von Georg Friedrich Händel die berühmte Sinfony mit dem Titel Ankunft der Königin von Saba. Es spielen die English Baroque Soloists unter Leitung von John Eliot Gardiner.
Diese Melodie ist anlässlich der Olympiade 2012 in London nochmals bekannt geworden. Bei der Eröffnungsfeier wurde ein Videoclip gezeigt, in dem der Geheimagent James Bond fiktiv Queen Elisabeth II. im Buckingham Palace abholt, mit dem Hubschrauber zum Stadion fliegt, über dem sie dann mit dem Fallschirm abspringt – und kurz darauf im selben Kleid im Stadion erscheint. Zu Beginn des Videoclips war die Ankunft der Königin von Saba zu hören:
https://www.youtube.com/watch?v=1AS-dCdYZbo
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Heute vor 305 Jahren, einem Mittwoch, fand die berühmteste Bootsfahrt statt, von der wir in der Musikgeschichte wissen. Ein Zeitungsbericht beginnt so: „On Wednesday Evening, at about 8, the King took Water at Whitehall in an open Barge (= dt. Barkasse) …“ Es wird genau beschrieben, wer George I. begleitete. Der ganze Fluss soll mit Booten bedeckt gewesen sein, die sich flussabwärts treiben ließen. Um 23 Uhr gab es ein Abendessen in Chelsea, dann begann die Rückfahrt. Auf einem Boot der Stadtgilde umrahmten 50 Musiker auf Instrumenten aller Arten die Vergnügungsfahrt des Königs. Die von Georg Friedrich Händel (1685–1759) eigens für diesen Anlass komponierte Musik gefiel Seiner Majestät derart, dass sie während der Fahrten beständig wiederholt werden musste.
Sie wird heute Wassermusik genannt und besteht aus drei Suiten in F-Dur, D-Dur und G-Dur HWV 348–350. Sie umfassen zumeist Tänze und Ouvertüren im französischen und italienischen Stil. Wie bei Freiluftmusiken üblich, sind viele Blechbläser besetzt – Soundanlagen gab es noch nicht.
Auf der Klassikliste hören wir den 3. Satz Allegro – Andante – Allegro da capo aus der 1. Suite der Wassermusik von Händel. Es musiziert The English Concert, das auf historischen Instrumenten spielt und vor 50 Jahren gegründet wurde. Die Leitung hat der Gründer Trevor Pinnock.
