Am 2. Weihnachtsfeiertag wird die 2. Kantate des Weihnachtsoratoriums BWV 248 von Johann Sebastian Bach (1685–1750) aufgeführt, in der der Engel den Hirten die Nachricht von der Geburt Jesu überbringt. Die Einleitung der Kantate mit dem Titel „Und es waren Hirten in derselben Gegend“ bildet die bekannte Hirtensinfonie mit Traversflöten, Oboen d’amore und Oboen da caccia als „Hirteninstrumenten“. Höhepunkt ist die Verkündigung des Engels: „Fürchtet euch nicht. Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids“ (Lk 2, 10–11). Dann kommt die große Tenor-Arie „Frohe Hirten, eilt, ach eilet“ – sehr schwierig, aber wunderschön! Später kommt noch die Alt-Arie „Schlafe, mein Liebster, genieße der Ruh’“ und der mitreißende Chor „Ehre sei Gott in der Höhe“. Bei der Uraufführung 1734 war der 26.12. übrigens wie heute ein Sonntag.
Wir hören auf der Klassikliste die Tenor-Arie, 1965 gesungen von Fritz Wunderlich – wie damals üblich in langsamem Tempo. Es begleitet das Münchner Bach-Orchester, Dirigent ist Karl Richter. Auf der Ergänzungsliste hören wir die gesamte 2. Kantate in einer modernen Aufnahme mit raschen Tempi unter Leitung von Jordi Savall.
