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Heu­te hö­ren wir auf der Klassik­liste die Arie „Freu­de, Freu­de über Freu­de“ aus der Oster­kan­ta­te „Der Sieg ist da“ GWV 1128/43 von Chris­toph Graup­ner. Es singt der Te­nor Se­bas­ti­an Hüb­ner, be­glei­tet vom Barock­orches­ter Pul­chra musi­ca unter Lei­tung von Chris­ti­an Bo­nath.
Chris­toph Graup­ner (1683–1760) wur­de im sächsi­schen Kirch­berg ge­bo­ren und an der Thomas­­schu­le in Leip­zig aus­ge­bil­det, wo er Ju­ra und dann Mu­sik bei den Thomas­kan­to­ren Schelle und Kuh­nau stu­dier­te. 1705 wurde er Cem­ba­list im Opern­orches­ter Ham­burg, be­vor er 1709 am Hof in Hessen-Darm­stadt eine An­stel­lung fand. Dort stieg er zwei Jahre spä­ter zum Hof­kapell­meis­ter auf, ein Amt, das er fast bis an sein Lebens­ende inne­hat­te. 1722 be­warb er sich auf Em­pfeh­lung Tele­manns, der selbst ab­ge­sagt hat­te, auf die Stel­le des Thomas­kan­tors in Leip­zig, aber sein Dienst­herr, der Land­graf von Hessen-Darm­stadt, ließ ihn nicht gehen. So muss­te man sich in Leip­zig mit der drit­ten Wahl zu­frie­den­ge­ben, die Stel­le er­hielt dann eben – Jo­hann Se­bas­ti­an Bach.
Graup­ner war mit ca. 2000 Wer­ken einer der pro­duk­tivs­ten Kom­po­nis­ten der Ge­schich­te: Er hinter­ließ acht Opern, über 1400 Kan­ta­ten, 113 Sin­fo­nien, 80 Orchester­suiten, 44 Solo­konzer­te, 30 Klavier­suiten und vie­les mehr. Durch ver­schie­de­ne Um­stän­de sind seine Wer­ke an­nähernd voll­stän­dig er­hal­ten – aber gleich­zei­tig zum größten Teil un­ver­öffent­licht.
Auf der Ergänzungs­liste ist die ge­sam­te Kan­ta­te zu hö­ren, die am Oster­sonntag 1743, heute vor 280 Jahren, auf­ge­führt wur­de.