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Heu­te vor 210 Jah­ren wur­de der böh­mi­sche Kom­po­nist Jo­hann Bap­tist Van­hal (1739–1813) ge­bo­ren, der da­mals in ganz Eu­ro­pa be­kannt und hoch­be­rühmt war und nur durch Beet­hovens Genie in Ver­gessen­heit ge­riet. Van­hal kam als Sohn leib­eige­ner Bauern auf die Welt, sein Ta­lent wurde aber ent­deckt, und die Guts­herrin schick­te ihn zur Aus­bil­dung nach Wien. Dort er­warb er sich im Adel als Gei­ger, Musik­lehrer und Kom­po­nist großes An­sehen. So konn­te er fi­nan­ziell un­ab­hängig wer­den und sich aus der Leib­eigen­schaft frei­kau­fen. Vanhal gilt als erster (vom Adel un­ab­hänger) frei­schaf­fen­der Musiker Euro­pas. Er hat – da wäre man gern da­bei ge­we­sen – zu­sammen mit Mozart, Haydn und Ditters­dorf Streich­quartett ge­spielt.
Van­hal hat ein riesi­ges Œuvre hinter­lassen: über 1300 Werke der Wiener Klas­sik, da­runter 76 Sin­fo­nien, 60 Kon­zerte, 53 Streich­quar­tette, 58 Mes­sen usw. – viele da­runter völ­lig un­bekannt, ein rie­si­ges Feld für Ent­deckun­gen!
Hören wir auf der Klassik­liste heute den herr­lichen lang­samen Satz aus dem Kon­zert für Kontra­bass Es-Dur von Jo­hann Bap­tist Van­hal. Es spielt der viel­fach aus­ge­zeichne­te un­ga­rische Kontra­bassist Ödön Rácz ­(der in seiner Fa­mi­lie in vier­ter Gene­ra­tion Kontra­bass spielt), be­gleitet vom Franz Liszt Chamber Orches­tra. Welch wunder­bare Rari­tät! Auf der Ergänzungs­liste gibt es wieder das ge­sam­te Kon­zert.