Schon 200 Jahre vor Debussy gibt bereits ein anderer französischer Komponist seinen „Klavierstücken“ fantasievolle Titel. François Couperin (1668–1733) war ein großer Organist und Cembalist zu Zeiten Ludwigs XIV. Er hat für den Hof des Sonnenkönigs geistliche Musik und Kammermusik komponiert und den Prinzessinnen und Prinzen Cembalounterricht erteilt. Seine bedeutendsten Werke sind seine 212 pièces de clavecin, die er in vier Büchern veröffentlicht hat. Er geht dabei über die typischen höfischen Tänze hinaus und entwickelt sie zu „Charakterstücken“ mit kunstvoller Melodik und Harmonik.
Im Mai hat die deutsche Pianistin Luisa Imorde (geb. 1989) eine neue CD mit Werken von Couperin herausgebracht. In ihrem Interview im aktuellen FONO FORUM hebt sie ein besonders „berührendes, zartes, ehrliches“ Stück hervor: „Les Bergeries“ (dt. Die Schafställe) in B-Dur mit seinen reichen Verzierungen und seiner Ruhe, besonders im Mittelteil. Hören wir auf der heutigen Klassikliste Lusia Imorde auf einem modernen Flügel, auf der Ergänzungsliste gibt es dasselbe Stück, von Frédérick Haas auf einem Cembalo von 1751 gespielt.
