Bleiben wir in Frankreich. Einige Jahrzehnte vor Dukas war François-Adrien Boieldieu (1775–1834) Professor für Komposition am Pariser Konservatorium, der seinerzeit vor allem für seine 40 Opern bekannt war. Aber er hat auch ein besonders hübsches Werk geschrieben, das heute noch immer regelmäßig aufgeführt wird: das Konzert für Harfe in C-Dur aus dem Jahr 1801, eine wahre Rarität für ein wunderbares Instrument, das ich sehr mag. Boieldieu war mit dem berühmten Klavier- und Harfenbauer Sébastien Érard bekannt und hat hier vermutlich entscheidende Anregungen für verschiedene Harfenstücke erhalten. Heute vor 189 Jahren ist Boieldieu gestorben.
Noch heute ist Frankreich das führende „Harfenland“, sowohl was den Harfenbau als auch was das Harfenspiel angeht. Viele bedeutende Harfenistinnen stammen aus Frankreich, so auch Anaïs Gaudemard (geb. 1991), die als Solistin weltweit auftritt. Sie hat 2016 ihre CD mit verschiedenen Harfenkonzerten ausgerechnet in Rouen aufgenommen, Boieldieus Geburtsstadt. Hören wir also heute auf der Klassikliste den Schlusssatz, ein Rondeau, aus dem Konzert für Harfe in C-Dur von François-Adrien Boieldieu, gespielt von Anaïs Gaudemard und begleitet vom Orchestre de l’Opéra de Rouen Normandie unter Leitung von Leo Hussain. Auf der Ergänzungsliste ist das gesamte Harfenkonzert zu hören.
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Würde mir eine gute Fee drei Wünsche ganz für mich allein freigeben, dann würde ich mir wünschen, dass ich einen Tag lang so singen könnte wie Fritz Wunderlich (1930–66) mit seiner wunderbaren Stimme und seiner herrlichen, intuitiven Musikalität. Er gilt als einer der größten Sänger, die je gelebt haben, und ist noch immer Vorbild für viele Sängerinnen und Sänger.
Und dann würde ich auch die Arie „Komm, o holde Dame“ singen. Sie stammt aus der Opéra-comique „La dame blanche“ („Die weiße Dame“) von François-Adrien Boieldieu (1775–1834). Im Zentrum steht die weiße Dame, ein vermeintliches Schloßgespenst, das sich am Schluss als Pflegetochter des betrügerischen Verwalters entpuppt. Die Oper wird heute fast nicht mehr aufgeführt, aber die Tenorarie ist berühmt und wird nach wie vor gesungen.
Heute vor 60 Jahren war Fritz Wunderlich im Studio und hat die Arie mit ihrer langsamen Einleitung und dem furiosen Finale aufgenommen. Und anders als im Notentext geht Wunderlich in der zentralen Koloratur aufs hohe C hinauf.
Wir hören heute auf der Klassikliste also die Arie Arie „Viens, gentille dame“ aus „La dame blanche“ von Boieldieu. Es singt Fritz Wunderlich, begleitet vom Bayerischen Staatsorchester unter Leitung von Hans Müller-Kray.
