Heute vor 164 Jahren gab es am Théâtre-Lyrique in Paris eine Opernpremiere, aus der eine der erfolgreichsten französischen Opern überhaupt hervorging und den Weltruhm des Komponisten begründete. Es geht um die Oper Faust von Charles Gounod (1818–1893) nach dem berühmten Drama von Goethe. Zunächst wirkte die Oper auf das französische Publikum etwas zu deutsch, aber sie setzte sich durch und wurde in den Folgejahren 300 Mal aufgeführt. Nach einer Umarbeitung nahm auch die Pariser Opéra 1869 das Werk auf den Spielplan, wo es seitdem über 3000 Mal gespielt wurde. Der Librettist ist mit dem Stoff sehr frei umgegangen und stellt die Liebesgeschichte von Faust und Marguerite ins Zentrum. Goethe wäre entsetzt, wenn er die süßlich romantische Musik zu seinem Weltendrama hören würde, aber der große Melodienreichtum und die farbige Instrumentation machen gerade die Qualität dieser Oper aus.
Hören wir auf der heutigen Klassikliste das berühmte Liebesduett „Il se fait tard! Adieu!“ (dt. „Es ist schon spät! Adieu!“) aus dem 3. Akt. Es singen Victoria de los Ángeles als Marguerite und der große Nicolai Gedda als Faust. Es spielt das Orchestre de l’Opéra national de Paris unter Leitung von André Cluytens in einer remasterten Aufnahme von 1958.
Aus dieser Oper stammt übrigens auch der berühmte Walzer aus dem 5. Akt, den unsere Töchter schon mehrfach im Ballett getanzt haben. Ich habe ihn auf die Ergänzungsliste gestellt.
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Der 10. Oktober 1813 war der Geburtstag von Giuseppe Verdi (1813–1901), dem großen italienischen Opern-Komponisten, den wir schon in #9 kennengelernt haben. Mit Verdi verbindet man oft beschwingte Walzer. Einer der bekanntesten dürfte das Trinklied „Libiamo ne’lieti calici“ aus der Oper La traviata sein, das Alfredo zu Beginn des 1. Akts auf ihrem großen Fest Violetta darbringt. Violetta Valéry, die Hauptfigur der Oper, eine kranke Kurtisane, verschlingt sich in verschiedene unauflösbare Konflikte und stirbt am Schluss der Oper an Tuberkulose.
Auf der heutigen Klassikliste hören wir dieses Duett in einer Aufnahme mit zwei der bedeutendsten Opernsängern des 20. Jahrhunderts: Luciano Pavarotti (1935–2007) mit seiner mächtigen Tenorstimme als Alfredo und als Violetta die dramatische Koloratursopranistin Joan Sutherland (1926–2010), die übrigens heute vor 11 Jahren gestorben ist. Ihr zu Ehren stelle ich einen weiteren Walzer auf die Ergänzungsliste: Die Bravourarie „Je veux vivre“ aus der Oper Roméo et Juliette von Charles Gounod.
