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Heute vor 149 Jah­ren wurde in Moson (Ungarn) Carl Flesch (1873–1944) ge­bo­ren, der ein be­deu­ten­der Gei­ger und ein noch be­rühm­te­rer Geigen­päd­ago­ge wer­den soll­te. Er kon­zer­tier­te nicht nur als So­list und mit dem be­rühm­ten Schnabel-Trio, son­dern wur­de Violin­pro­fes­sor in Buka­rest, Amster­dam, Phila­del­phia und Ber­lin. Als Ju­de wurde er von den Nazis ver­folgt, vor de­nen er mehr­fach flie­hen muss­te. So kam er über Lon­don, Den Haag, Buda­pest schließ­lich nach Lu­zern, wo er bis 1944 Meister­klassen unter­rich­te­te.
Flesch ist bis heute be­kannt für seine Violin­schule Die Kunst des Violinspiels (1923–28) und Das Skalen­system (1926), in de­nen er eine ana­ly­tisch-systema­ti­sche Lehr­methode ent­wickel­te. Unter seinen zahl­reichen Schülern war auch Ri­car­do Od­no­po­soff, bei dem an der Hoch­schule in Stutt­gart der Geigenl­ehrer unseres Sohnes Unter­richt hat­te.
Hören wir den Meis­ter selbst in einer his­to­ri­schen Auf­nah­me aus dem Jahre 1929 mit einer wah­ren Rari­tät: Carl Flesch spielt, von Ignaz Stras­fogel be­glei­tet, die Hebrä­ische Melo­die op. 12 des nor­we­gisch-russi­schen Pia­nis­ten, Diri­gen­ten und Kom­po­nis­ten Issay Dobro­wen (1891–1953). Er­staun­lich, welche Fort­schrit­te die Auf­nahme­tech­nik in weni­ger als 100 Jah­ren ge­macht hat!